Intensive Diskussionen: Apotheker schnüren Paket für Spahn

, Uhr aktualisiert am 17.01.2019 14:50 Uhr

Berlin - Seit 10 Uhr beraten Kammern und Verbände im Rahmen der ABDA-Mitgliederversammlung die Alternativvorschläge von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zum Rx-Versandverbot. Die Diskussionen verlaufen intensiv, die übliche Mittagspause wurde verschoben. Es läuft darauf hinaus, dass ein neues Paket geschnürt werden soll.

Auf der Mitgliederversammlung wird nach Angaben von Teilnehmern intensiv, aber sachlich diskutiert. Offenbar soll ein neues Paket ausgearbeitet werden, das dann Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgelegt werden soll. Absehbar ist, dass sich die für sechs der acht Punkte aus Spahns Plan B Mehrheiten finden lassen, zwei Punkte hingegen werden mit größter Sicherheit zurückgewisen: Die Festschreibung der Rx-Boni in Höhe von 2,50 Euro im Sozialgesetzbuch (SGB V) und die 5-Prozent-Umsatzschwelle, ab der die Boni wieder zur Disposition stünden.

Allerdings gibt es offenbar auch bei den sechs Punkten, die voraussichtlich angenommen werden, Klärungsbedarf. Dem Vernehmen nach verlangen viele Teilnehmer von Spahn Klarstellungen zu den 240 Millionen Euro, die er den Apothekern zusagt. Die Details seien zu unscharf, die Sorge, am Ende weniger als versprochen zu erhalten, weiterhin groß. Auch weitere Forderungen an das Bundesgesundheitsministerium (BMG) sollen im Gespräch sein. Einige Mitglieder wollen sich offenabr nach wie vor nicht mit der Aufgabe des Rx-Versandverbots abfinden und beharren auf der Forderung. Wie groß diese Fraktion ist, lässt sich noch nicht sagen. Im BMG wartet man auf das Ergebnis. Vermutlich wird Spahn sich im Anschluss an die ABDA-MV zu den Ergebnissen äußern.

Die Linksfraktion unterstützt weiterhin die ABDA-Kernforderung nach einem Rx-Versandverbot und fordert dazu von den Apothekern eine klare Aussage: „Ich hoffe sehr, dass sich die Apothekerinnen und Apotheker heute auf der ABDA-Mitgliederversammlung weiterhin für ein Verbot des Versandhandels mit rezeptpflichtigen Medikamenten aussprechen werden. Denn nur so kann die persönliche Beratung für die Patientinnen und Patienten gewährleistet und die derzeit bestehende Ungleichbehandlung zwischen deutschen und ausländischen Apotheken vernünftig beendet werden“, so Sylvia Gabelmann, Sprecherin der Bundestagsfraktion.

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