Kritik an Plan B

Apotheker wirft ABDA Verrat am Berufsstand vor Lothar Klein, 17.12.2018 14:47 Uhr

Berlin - Seitdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) seinen Plan B als Alternative zum Rx-Versandhandelsverbot vorgestellt hat, rumort es an der Basis. Nicht nur Spahn steht dabei im Fokus der Kritik. Der Unmut von Apothekern richtet sich auch gegen ABDA-Präsident Friedemann Schmidt. Ein Apotheker wirft ihm „Verrat an den ureigenen Interessen“ des Berufsstandes vor. Ein zweiter Apotheker fragt sich, wie Schmidt Spahns Plan B zustimmen könne.

„Mit seinen kruden Vorstellungen von neoliberal ‚aufgepeppter' Arzneimittelversorgung einerseits und staatsdirigistischer Bevormundung der Ärzte andererseits hat sich Herr Spahn in seinem Amt inzwischen nicht nur in unseren Augen unmöglich gemacht“, schreibt ein Apotheker in einem offenen Brief an verschiedene Apothekerverbände. Spahns Worten könne man nicht länger trauen. Noch im Oktober auf dem Apothekertag habe er persönlich den Erhalt der Gleichpreisigkeit im Rx-Bereich versprochen und das Rx-Versandhandelsverbot dabei selbst als Ultima Ratio nie ganz ausgeschlossen.

Sein Plan sehe nun stattdessen das komplette Gegenteil vor: Die Gleichpreisigkeit und damit die geltende deutsche Arzneimittelpreisverordnung sollen aufgegeben werden und sogar qua Gesetz durch einen „Bonideckel“ bei 2,50 pro Packung legitimiert werden. Der aktuell offene Zugang von ausländischen Anbietern im Fremdbesitz zum deutschen Apothekenmarkt solle nicht unterbunden, sondern sogar auf 5 Prozent Marktvolumen ausgeweitet werden. „Wurde dies bisher nur nicht geahndet, soll der Fremdbesitz in der Arzneimittelversorgung nun erstmals auch in einem deutschen Gesetz legitimiert werden“, so der Apotheker.

Dann folgt harsche Kritik an der ABDA: Die „devote Haltung der ABDA-Spitze“ gegenüber Herrn Spahn und dessen selbst für jeden Laien durchsichtigen Taktik, den Apothekenmarkt scheibchenweise an das ausländische Großkapital „zu verschachern“, werde von ihm und vielen Kollegen als „geradezu unerträglich empfunden“. Das Zurückhalten des aktuellen di Fabio-Rechtsgutachtens pro Rx-Versandverbot bis nach der öffentlichen Verkündung der Aufgabe dessen vor laufender Kamera von ARD und ZDF habe eine neue Qualität.

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