Kuck: Sparmaßnahmen führen zu Lieferengpässen

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Berlin -

Die Noweda macht auf die anhaltenden Lieferengpässe von Arzneimitteln aufmerksam. Morgen startet dazu im Burda-Magazin Focus eine Kampagne. Auch in der Kundenzeitschrift My Life informiert die Essener Genossenschaft über die Lage bei Defekten.

Die Situation mit nicht-lieferbaren Arzneimitteln spitzt sich laut Noweda seit einigen Monaten zu. Von Anfang Juni bis Ende August seien waren deutschlandweit 2216 verschreibungspflichtige Medikamente durchgehend nicht lieferbar. Das sei ein großes Ärgernis für Großhandel, Apotheken und Patienten.

Noweda will mit der Kampagne in den Zeitschriften bei Endverbrauchern auf die „prekäre Situation“ aufmerksam machen: „Die Gründe für die Engpässe sind im Wesentlichen auf Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen zurückzuführen“, sagte Firmenchef Dr. Michael Kuck. Krankenkassen schrieben jedes Jahr Wirkstoffe aus und die günstigsten Anbieter erhalten den Zuschlag. Um die entsprechenden Preise bieten zu können, würden Produktionen in Billiglohnländer verlagert. Unternehmen, die den Zuschlag nicht bekämen, steigen meist aus der Produktion aus.

Mögliche Engpässe könnten dann nicht mehr kompensiert werden, so Kuck. Zusätzlich werde Deutschland immer mehr zum Exportland, weil viele Arzneimittel inzwischen hierzulande billiger seien als im Ausland. „Die Konsequenzen bekommen wir gerade zu spüren. Das ist sehr unbefriedigend für alle Beteiligten.“

In der Kampagne wird auch darauf hingewiesen, dass täglich 19.268 Vor-Ort-Apotheken darum kämpften, die Versorgung der Patienten in Deutschland trotz dieser Lieferengpässe sicherzustellen. Außerdem verweist der Großhändler auf die rückläufigen Apothekenzahlen: „Inzwischen muss alle 31 Stunden eine Vor-Ort-Apotheke aufgeben und für immer schließen.“

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