vdek-Analyse

Kassen: Welcher Lieferengpass? APOTHEKE ADHOC, 18.10.2019 11:21 Uhr

Berlin - Lieferengpässe frustrieren die Apothekenteams im Alltag. Nach einer eigenen Analyse des Ersatzkassenverbands vdek ist die Situation aber in Wirklichkeit deutlich weniger schlimm als gemeinhin angenommen. Vor allem seien die Rabattverträge der Krankenkassen nicht schuld an etwaigen Engpässen.

Bei 529 Arzneimitteln gab es laut einer Übersicht des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zuletzt Lieferengpässe. Der vdek verweist aber auf die Löschmitteilungen der Hersteller. Demnach waren etliche Arzneimittel nach dem Stichtag 29. September schon wieder lieferbar. Zieht man dann noch die vom Valsartan-Rückruf betroffenen Präparate ab, verblieben nur noch 156 Arzneimittel, so die Rechnung der Kassen.

Fazit: „Tatsächlich nicht lieferbar war von den gelisteten Medikamenten jedoch eine wesentlich geringere Zahl. Und: Bei keinem einzigen der nicht lieferbaren Medikamente waren die Arzneimittel-Ausschreibungen der gesetzlichen Krankenkassen der Grund für den Lieferengpass.“ Die vdek-Analyse widerleg damit „eine immer wieder vorgetragene Behauptung der Pharma-Lobby“.

Und überhaupt: Ein Großteil der vermeintlich betroffenen Präparate sei in anderen Packungsgrößen erhältlich gewesen, oder von einem anderen Hersteller verfügbar. Von den dann noch verbliebenen 89 Wirkstoffen habe für 69 kein Rabattvertrag der vorgelegen. Also wieder kein Zusammenhang mit den Ausschreibungen der Kassen. Letztendlich verblieben nach der Rechnung des vdek also 20 Wirkstoffe, deren Lieferschwierigkeiten von den Herstellern mit Produktionsproblemen begründet wurden.

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