Regionale Rabattverträge

Lieferengpässe: Union will Landapotheken entlasten Lothar Klein, 25.09.2019 07:50 Uhr

Berlin - Anfang September hatte Gesundheitspolitiker Michael Hennrich (CDU) zu einem „Lieferengpass-Gipfel“ geladen. Mit am Tisch saßen ABDA, Ärzte, Großhandel, Krankenkassen und der Herstellerverband BPI. Jetzt kursiert ein daraus entstandener Entwurf eines „Positionspapiers“ der AG Gesundheit der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit zahlreichen Vorschlägen: Unter anderen wird gefordert, keine exklusiven Rabattverträge mehr abzuschließen. Auch Exportbeschränkungen werden als „ultima ratio“ erwogen.

Laut Hennrich ist das APOTHEKE ADHOC vorliegende Positionspapier noch nicht endgültig abgestimmt. Das Maßnahmenpaket soll aber mit dem Apothekenstärkungsgesetz verabschiedet werden. Denn das Thema Lieferengpässe und Versorgungssicherheit bei Arzneimitteln habe in der jüngeren Vergangenheit noch einmal an Bedeutung gewonnen, heißt es in dem Papier. Trotz verschiedener gesetzgeberischer Maßnahmen zeichne sich weiterhin ab, „dass eine nachhaltige Verbesserung der Liefersituation zusätzliche Maßnahmen erfordert“.

Das Bundesinsitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) führt eine Liste mit aktuell 229 Humanarzneimitteln mit einem Lieferengpass. „Das verunsichert Patienten, stellt ein Risiko für die Arzneimittelversorgung dar und schafft einen erhöhten Aufwand für Apotheker und Ärzte. Zurecht sind Patienten beunruhigt, wenn ihr gewohntes Arzneimittel in der Apotheke nicht erhältlich ist. Daher müssen wir Lieferengpässen von Medikamenten nachhaltiger vorbeugen und eine dauerhaft zuverlässige Versorgung mit sicheren Arzneimitteln gewährleisten“, heißt es weiter. Mit dem Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) seien zuletzt bereits Maßnahmen gesetzlich verankert worden. Weitergehende Schritte blieben aber notwendig.

Daher fordert das Positionspapier der AG Gesundheit das Bundesgesundheitsministerium (BMG) auf, Maßnahmen zu ergreifen, die für eine größere Transparenz bei Lieferketten von pharmazeutischen Unternehmen über Großhandel bis hin zu den Apotheken sorgen. Auch die Einkaufssituation und Belieferung von Krankenhausapotheken müsse berücksichtigt werden. Von besonderer Bedeutung sei auch der Export von Arzneimitteln, die eigentlich zur Versorgung der Patienten in Deutschland zur Verfügung stehen sollten, jedoch aufgrund der globalen Marktsituation in andere Länder exportiert würden: „Bis heute ist nicht vollkommen nachvollziehbar, in welchem Umfang dies der Fall ist. Um für zukünftige Maßnahmen eine bessere faktische Grundlage zur Verfügung zu haben, regen wir zusätzlich an, dass das BMG hierfür eine umfassende wissenschaftliche Studie in Auftrag gibt.“

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