Lieferengpässe

Klinikapotheken: Abnahmegarantie und Premiumpreise APOTHEKE ADHOC, 09.10.2019 10:27 Uhr

Berlin - Während die Politik noch über ein Paket gegen Lieferengpässe verhandelt, haben sich die Teilnehmer des Jour Fixe beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bereits auf konkrete Maßnahmen im Bereich der Klinikversorgung verständigt. Krankenhausapotheken sollen sich demnach verpflichten, vereinbarte Mengen auch tatsächlich abzunehmen. Im Gegenzug garantieren die Hersteller eine gewisse Lieferfähigkeit. Bei höherem Aufwand sollen dabei allerdings höhere Preise gezahlt werden.

Schon vor zwei Jahren hatte der Branchenverband Pro Generika erste Versuche unternommen, Klinikapotheker und Hersteller zusammenzubringen. Immerhin wird der Bereich nicht von Rabattverträgen dominiert, die Kliniken beziehungsweise ihre Einkaufsgemeinschaften können selbst entscheiden, wo sie einkaufen. Weil es allerdings auch in der stationären Versorgung immer wieder Ausfälle – auch bei lebenswichtigen Medikamenten wie Antibiotika und Antineoplastika – gab, rief Bork Bretthauer, Geschäftsführer von Pro Generika, die Klinikapotheker dazu auf, nicht mehr nur auf den billigsten Preis zu achten, sondern mit den Herstellern in Dialog zu treten. Immerhin könnten entsprechende Modelle auch Vorbildfunktion für den Gesamtmarkt haben.

Im Juli haben sich die Teilnehmer des Jour Fixe – Vertreter der Arzneimittelkommissionen, Herstellerverbände, Behörden, Gesundheitsministerium, Länder, Phagro, ABDA und der Bundesverband deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) – auf Empfehlungen verständigt, die in den Verträgen zwischen Herstellern und Krankenhausapotheken beziehungsweise krankenhausversorgenden Apotheken berücksichtigt werden sollen – und so die Versorgung verbessern sollen. Während die Hersteller mehr Planungssicherheit bekommen sollen, können die Apotheker darauf hoffen, weniger Zeit mit dem Management von Lieferengpässen vergeuden zu müssen.

Verträge sollen demnach für mindestens zwölf Monate und mit einer Vorlaufzeit von sechs Monaten geschlossen werden. Um die „Robustheit der Lieferfähigkeit“ zu erhöhen, sollen die Hersteller plausibel belegen, woher sie ihre Wirkstoffe und Zwischenprodukte beziehen. Bei Arzneimitteln, die diskontinuierlich produziert werden, sollen sie außerdem belastbare Belege erbringen, wie Schwankungen der Nachfrage abgefedert werden. Die Klinikapotheker sollen so eine objektive Entscheidungsgrundlage erhalten, wem sie den Zuschlag erteilen.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Neuere Artikel zum Thema

Weiteres
Coronavirus

Zuverlässig -80 Grad

Ultra-Tiefkühlschränke: Optionen für die Lagerung»

Notfall-Zulassung in Großbritannien

Biontech erhält erste Zulassung für Corona-Impfstoff»

180 PCR-Ergebnisse in 30 Minuten

Medsan:„PCR-Tests geben auch Auskunft über das Anteckungsrisiko“»
Markt

Produkte sollen sichtbarer werden

Movicol-Hersteller Norgine plant OTC-Offensive»

Sonderrechte für Pharma-Logistiker

Trans-o-flex versorgt Notfallversorger»

Erst Expresslieferung, dann Amazon?

Apo-Discounter: „Nur die Hälfte der Apotheken wird überleben“»
Politik

Helfer dringend gesucht

Impfzentren: Berlin zahlt Mindestlohn»

Corona-Impftstoff

Laschet: Keine Sekunde Verzug beim Impfen»

Nordrhein-Westfalen

Masken-Politikum: Laschets van-Laack-Connection»
Internationales

Sputnik-V

Putin bietet russischen Corona-Impfstoff an»

Mit PCR-Tests

Schweiz: Apotheken füttern Corona-Warnapp»

Ebola-Medikament überzeugt nicht

Corona: WHO rät von Remdesivir ab»
Pharmazie

Studie zur Verordnung von ADHS-Medikamenten

ADHS: Kinder kriegen weniger Ritalin – Erwachsene dafür mehr»

Zauberpilze gegen Depressionen

Psilocybin: Besserung innerhalb eines Tages»

Chargenüberprüfung

Riboirino: Weiße Verunreinigung am Flaschenhals»
Panorama

Berlin

Technoclubs werden Testzentren»

Corona-Schutzmaßnahmen

Warteschlange turnt Kunden ab»

Nachtdienstgedanken

Der alljährliche Kalenderwahn – oder nicht?»
Apothekenpraxis

Untypischer Krankheitsverlauf

Inhaberin erkrankt an Covid-19 – und teilt es auf Instagram»

Fehlerhafter FFP2-Mundschutz

Report Mainz: Mängel-Masken in der Apotheke umtauschen»

adhoc24

100 Apotheken für den Impfstoff / „Verbund starke Apotheke“ / Weihnachtsgeschäft adé»
PTA Live

Arbeitsrecht

Keine Corona-Impfung, kein Handverkauf?»

Rheinland-Pfalz

Aufruf für Impfzentren: Kammer sucht PTA und Apotheker»

Baby-Boom durch Corona?

Nachfrage nach Schwangerschaftsvitaminen steigt»
Erkältungs-Tipps

Allergien sind Türöffner

Sorgen-Trio Allergie, Erkältung und Corona»

Yoga, Meditation & Co.

Wie Entspannung das Immunsystem stärkt»

Wenn der Husten länger dauert

Chronische Bronchitis: Wie Phytotherapie helfen kann»
Magen-Darm & Co.

Gefahren der Pilzsaison

Achtung Pilzvergiftung: Fliegenpilz & Co.»

Fremdkörpergefühl im Hals

Globussyndrom: Auch an den Magen denken»

Trendprodukt Selbsttests

Was können Darmflora-Analysen & Co.?»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Für Verhütung oder Kinderwunsch

Fruchtbare Tage bestimmen – aber wie?»

Von Milchbildung bis Abstillen

Milchfluss: Grundlage für die Stillzeit»

Supplemente in der Schwangerschaft

Folsäure & Jod: Nur die Hälfte ist versorgt»
Medizinisches Cannabis

Identitätsprüfung – What’s next?

Tilray: Neueinführungen für eine erleichterte Herstellung»

Höchstmengen, Herstellung, Dokumentation

Cannabis: Das Wichtigste aus den Gesetzen»

Sonder-PZN, Lieferengpässe & Co.

Retaxgefahr Cannabis»
HAUTsache gesund und schön

Gel, Mousse, Lotion oder Tonic?

Die richtige Reinigung ist das A und O der Hautpflege»

Mimikfalten, Krähenfüße & Co.

Hautalterung: Wenn Kollagen und Elastin schwinden»

Mehr als dunkle Flecken

Pigmentstörung: Nicht nur ein Problem des Alters»