Arzneimittelpreisindex

Studie rechnet Apotheken teuer APOTHEKE ADHOC, 02.12.2019 11:25 Uhr

Berlin - Deutschland hat weltweit die zweithöchsten Arzneimittelpreise. Nur in den USA müssen Patienten und Versicherer mehr für Medikamente zahlen. Zu diesem Schluss kommt der Arzneimittelpreisindex 2019 des Medizindienstleisters Medbelle. Das in London und Berlin ansässige Unternehmen hat dazu 13 Schnelldreher in 50 Ländern verglichen. Ergebnis: In Deutschland sind die Arzneimittelpreise doppelt so hoch wie der Median aller untersuchten Länder. Allerdings haben sich die Autoren nicht die Mühe gemacht, die tatsächlichen Ausgaben zu analysieren, sondern lediglich Listenpreise verglichen. Und auch dabei liegen sie noch falsch.

Hersteller klagen immer wieder über die niedrigen Preise, die sie in Deutschland aufgrund der staatlichen Regulierung abrufen können. Die Ergebnisse von Medbelle widersprechen diesen Klagen nun: Demzufolge lässt sich als Hersteller nur in den USA mehr Geld mit Medikamenten verdienen. Und zwar bedeutend mehr: Liegen die durchschnittlichen Preise von Original und Generika der untersuchten Arzneimittel hierzulande um 126 Prozent über deren Medianpreis, sind es in den USA 307 Prozent.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) liegen mit 122 Prozent über dem Median nur knapp hinter Deutschland. Auf Platz 4 folgt Italien, das 90 Prozent über dem Median liegt. Dahinter rangieren Dänemark, Katar, Spanien, die Niederlande, Israel und Island. Was aus deutscher Perspektive auffällt: Frankreich, Nachbarland und sozioökonomisch auf Augenhöhe, liegt mit Platz 32 weit hinter Deutschland. Die Arzneimittelpreise liegen dort im Schnitt gar 15 Prozent unter dem Median. Auch die Schweiz, eigentlich ebenfalls für hohe Arzneimittelpreise verrufen, liegt mit Platz 20 weit hinter Deutschland.

Das Problem könnte hausgemacht sein. Denn Medbelle hat nur die Listenpreise verglichen, Einsparungen aus den Rabattverträgen wurden nicht berücksichtigt. Außerdem wurden die Preise als Durchschnitt berechnet, in den das Original auf der einen und sämtliche Generika auf der anderen Seite eingerechnet wurden. Abgesehen davon, dass hierzulande im GKV-Bereich das Original faktisch gar nicht zum Einsatz kommt, spielt aus demselben Grund dessen Preis am Markt überhaupt keine Rolle.

Die Preise wurden auf Grundlage umgerechneter Euro-Preise berechnet, Packungsgrößen wurden stets auf die gleiche Dosismenge heruntergerechnet. Einen weiteren Faktor lässt Medbelle allerdings unberücksichtigt: Pharmaunternehmen gestalten ihre Preise in den allermeisten Fällen entlang der Kaufkraft von Märkten. Die Logik dahinter ist, dass die Kostenträger in Ländern mit starken Volkswirtschaften in der Regel weit mehr zu erstatten fähig sind als in wirtschaftlich weniger entwickelten Ländern. Auch wie diese Kostenerstattungen in den jeweiligen Ländern geregelt sind, spielte keine Rolle.

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Coronavirus

Nächster Wirkstoff im Rennen

Fluoxetin zeigt Wirkung gegen Covid-19»

Testung auf Sars-CoV-2

Neuer PCR-Test: Ergebnis in 16 Minuten»

Corona-Arzneimittel

Eil-Verordnung: Klinikapotheken müssen Vorräte aufstocken»
Markt

Shop-Apotheke und Zur Rose

Versandapotheken: Plattform stoppt Kursrallye»

Interview

„Unsere Plattform wird Amazon haushoch überlegen sein“»

Apora abgesagt, kompletter Neustart

Mega-Plattform: Phoenix verbündet sich mit Pro AvO»
Politik

Heilmittelwerberecht

PKV darf nicht für Tele-Ärzte werben»

Zusammenschluss

Neue Initiative will Antibiotika-Forschung vorantreiben»

Wachsende Offenheit für Videosprechstune, eRezept & Co.

Durchbruch da? Bitkom vermeldet enormes Wachstum bei Telemedizin»
Internationales

Walgreens Boots Alliance

Wegen Corona: Pessina streicht 4000 Stellen»

Österreich

Wirkstoffverordnung: Hersteller gegen Gesundheitsminister»

Gesundheitsausschuss stimmt für Festpreise

Schweiz: Apotheker sollen nur noch das Billigste abgeben»
Pharmazie

Selbstbestimmtes Sterben

Pentobarbital: Vom Schlaf in den Tod»

Integrität der Verpackung beeinträchtigt

PosiFlush: Unsterile Primärverpackung»

Erste gezielte Therapieoption in Sicht

Gefapixant gegen chronischen Husten»
Panorama

Timo coacht

Digitalisierung: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen»

WHO

Kampf gegen HIV und Aids in Gefahr – wegen Corona»

Nachhaltigkeitsprojekt

Apothekenwald: Die ersten Bäume sind gepflanzt»
Apothekenpraxis

Wirkstoff.A

Iberogast: Wo Bayer mit dem Klassiker hin will»

Außendienstler in eigener Mission

Konnektoren-Krieg: Awinta entschuldigt sich bei Red Medical»

Neues Design, erweitertes Portfolio

Bayer bringt neues Iberogast»
PTA Live

PTA gibt QMS-Seminare

QMS soll „schaffbar“ sein»

ZL prüft Ophthalmika

Ringversuch: Hypertone Natriumchlorid-Augentropfen»

Auf den Bindungspartner achten

Dosierung anpassen: Coffein oder Coffeincitrat?»
Erkältungs-Tipps

Immunsystem stärken, Hygiene beachten

Fünf Tipps zur Erkältungsvorbeugung»

Verbreitung von Krankheitserregern

Tipps zur Vermeidung von Schmier- und Tröpfcheninfektionen»

Maßnahmen zur Vorbeugung und Behandlung

Infekte in der warmen Jahreszeit»
Magen-Darm & Co.

Pflanzlich oder Probiotisch

Fresh-Up: Reizdarmsyndrom»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Colitis ulcerosa: Wenn der Dickdarm erkrankt»

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: Schubweises Leiden»
Kinderwunsch, Schwangerschaft & Stillzeit

Bildergalerie

Schwangerschaftsmythen: Fakt oder Falsch?»

Bluthochdruck, Diabetes & Co.

Chronische Erkrankungen in der Schwangerschaft»

Engmaschige Vorsorgemöglichkeiten

Risikoschwangerschaft: Von Fruchtwasseruntersuchung und iGeL»
Medizinisches Cannabis

Interview mit Michael Becker

Cannabis-Prüftipps vom Pharmazierat»

Teil 2: Belieferung & Dokumentation

How to: Cannabisrezept»

Cannabispreisverordnung

Tilray: „Auch wir haben auf die Änderungen reagiert“»
HAUTsache gesund und schön

Isotretinoin, MTX & Co.

Hautpflege bei bestimmter Medikation»

Neue Kosmetikkonzepte

Hygiene in die Pflegeroutine integrieren»

Sommerzeit = Sonnenbrandzeit

Sonnenschutz: Mindestens LSF 30»