Piperacillin/Tazobactam

Antibiotika-Engpass gefährdet Patienten Nadine Tröbitscher, 16.12.2016 15:10 Uhr

Berlin - Lieferengpässe gehören zum Alltag in Apotheken und Kliniken. Besonders bedrohlich kann die Situation werden, wenn lebenswichtige Arzneimittel wie Antibiotika, Zytostatika oder Notfalltherapeutika fehlen. Zurzeit fehlt die antibakteriell wirksame Kombination Piperacillin/Tazobactam. Der Engpass gefährdet die Patientensicherheit und kann Resistenzen verursachen, wenn Ärzte auf Ersatzpräparate ausweichen müssen. Die Fachgruppen schlagen Alarm.

Am 10. Oktober war in Dongia in der chinesischen Provinz Shandong eine Fabrik des Lohnherstellers Qilu explodiert, in der Rohstoff hergestellt wird. Seitdem fehlt allen Hersteller Nachschub; die Vorräte an Piperacillin/Tazobactam sind abverkauft. Das Breitbandantibiotikum wird bei verschieden schweren Infektionen eingesetzt. Die Kombination kann auch gegen gramnegative Bakterien eingesetzt werden und findet bei Krankenhausinfektionen Verwendung. Das Medikament sei hochwirksam und unentbehrlich, mahnen Experten der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie (DGI) und des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA). Ärzte müssten aufgrund der Lieferengpässe auf Alternativpräparate ausweichen. Da diese ein anderes Wirkspektrum aufwiesen, könnten sich Resistenzen entwickeln, die dann schwer zu behandeln seien. Einige Präparate müssten auch durch schlechter wirksame Medikamente ausgetauscht werden, die auch zum Teil mehr Nebenwirkungen aufwiesen, so Dr. Dr. Katja de With, Sprecherin der Sektion Antibiotic Stewardship der DGI und Leiterin der Klinischen Infektiologie am Universitätsklinikum Dresden. Es entstünden Nachteile in der Behandlung bis hin zur Gefährdung der Patienten.

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