Piperacillin: Notstand wird weitergereicht

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Berlin - Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat für den Wirkstoff Piperacillin den Notstand ausgerufen. Die zuständigen Behörden der Länder können nun ein befristetes Abweichen von den Vorgaben des Arzneimittelgesetzes (AMG) gestatten, um eine Behandlung mit Präparaten zu ermöglichen, die nicht in Deutschland zugelassen sind. Der Versorgungsengpass könnte so auf globaler Ebene noch schlimmer werden, warnen Experten.

Bereits im Dezember schlugen Experten wegen des Lieferengpasses bei Piperacillin in Kombination mit Tazobactam Alarm. Ärzte müssten auf Alternativen mit anderem Wirkspektrum und erheblichen Nebenwirkungen ausweichen, so die Kritik. Wegen eines Unfalls in einer chinesischen Produktionsstätte des Wirkstoffes fehlt das Antibiotikum derzeit nahezu flächendeckend. Nur einzelne Hersteller wie Eberth liefern noch Restbestände unter strikter Kontingentierung aus.

Krankenhäuser der Maximalversorrgung wie das Universitätsklinikum in Freiburg können noch auf diese Vorräte zurückgreifen. Wo das Notfallantibiotikum zum Einsatz kommt, wird derzeit in Zusammenarbeit mit der Infektologie interdisziplinär entschieden. „Diesen Luxus können sich kleinere Häuser nicht leisten“, sagt der Leiter der Klinikapotheke, Dr. Martin J. Hug.

Der Apotheker sieht den Versorgungsengpass als globales Problem. In Spanien seien noch Restbestände des Antibiotikums erhältlich. Werde das Medikament jetzt dank Ermächtigung nach Deutschland importiert, fehle es dort – das Problem werde nur verlagert. „Der, der am meisten zahlt und am schnellsten ist, bekommt das Medikament“, so Hug. Für den Pharmazeuten ist die Situation nicht neu: Vor einem Jahr war die Kombination Ampicillin/Sulbactam betroffen. Etwa ein Jahr lang mussten Mediziner aufgrund der Katastrophe in Fukushima auf Fosfomycin verzichten.

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