„Wir liefern dorthin, wo die Not am größten ist“

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Berlin - Krankenhausapotheken klagen derzeit über gravierende Lieferengpässe. Der Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) hat zuletzt auf Schwierigkeiten bei Antibiotika wie Ampicillin und Amoxicillin sowie bei dem Krebsmedikament Alkeran (Mephalan) hingewiesen. Dr. Matthias Fellhauer, Vorsitzender das ADKA-Ausschusses Antiinfektive Therapie, kennt die Probleme auch aus der Praxis: Er ist Leiter der Apotheke des Schwarzwald-Baar-Klinikums in Villingen Schwenningen.

ADHOC: Haben Sie heute mehr Probleme, Arzneimittel zu bekommen?
FELLHAUER: Lieferengpässe sind eine Thematik, die uns seit Jahren beschäftigt. Insgesamt hat sich die Lage nicht zum Besseren gewendet. Hinzu kommt, dass nun mehr und mehr Antibiotika betroffen sind. Meist ist bei leitliniengerechter Therapie aber nur ein Wirkstoff der beste – und alle anderen Optionen sind nicht so gut wie die erste Empfehlung. Das geht dann entweder zu Lasten des Patienten oder ist nicht im Sinne der Vermeidung von Resistenzen.

ADHOC: Ist die Versorgung von Patienten tatsächlich gefährdet?
FELLHAUER: Es ist unterschiedlich. Manche Krankenhausapotheker sagen, sie könnten keines der Kombinationspräparate mit Ampicillin/Sulbactam mehr liefern. Sie haben tatsächlich nichts mehr auf Lager und müssen auf Antibiotika mit einem breiteren Wirkspektrum ausweichen. In unserem Klinikum konnten wir das mit einer Rationierung bislang vermeiden. Wir haben Stationsbestellungen gekürzt und liefern die vorhandenen Medikamente dahin, wo die Not am größten ist. Zur Rationierung gehört auch, dass wir das parenterale Präparat – wo möglich – durch das orale Präparat ersetzen. In den meisten Fällen gelingt es, Schaden vom Patienten abzuwenden.

ADHOC: Bei welchen Arzneimitteln kommt es besonders oft zu Engpässen?
FELLHAUER: Es betrifft ganz unterschiedliche Wirkstoffklassen: zum Beispiel Zytostatika, Schilddrüsenhormone, Schmerzmittel und eben auch Antibiotika.

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