Jodthyrox fehlt noch bis März

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Berlin - Bereits seit Februar gibt es Schwierigkeiten bei der Belieferung mit dem Schilddrüsenmedikament Jodthyrox (Levothyroxin-Natrium, Kaliumiodid) von Merck Serono. Nun wurde die Dauer des Engpasses erneut verlängert.

Seit März steht Jodthyrox auf der Engpassliste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Im Juli hatte der Hersteller zunächst gemeldet, dass die Fixkombination aus 100 µg Levothyroxin-Natrium und 130,8 µg Kaliumiodid voraussichtlich ab September wieder lieferbar sei. Doch der Lieferengpass dauert an: Frühestens im März 2020 soll es neue Ware geben.

Der Grund für den Lieferengpass sind laut Merck Kapazitätsprobleme: Die stetig steigende Nachfrage könne mit den derzeitigen Produktionskapazitäten nicht gedeckt werden. Es stehen zwar Alternativpräparate von anderen Herstellern mit gleicher Zusammensetzung zur Verfügung, jedoch steht die Kombination der beiden Wirkstoffe bekanntermaßen auf der Substitutionsausschlussliste. Dementsprechend darf nicht einfach gegen ein anderes, wirkstoffgleiches Präparat ausgetauscht werden. Für die Apotheken bedeutet das zusätzlichen Aufwand, da zunächst eine Rücksprache mit dem verordnenden Arzt erfolgen muss und ein neues Rezept ausgestellt werden sollte.

Schilddrüsenpräparate dürfen aufgrund der engen therapeutischen Breite grundsätzlich nicht einfach ausgetauscht werden. Durch einen Wechsel auf ein anderes Präparat können unterschiedliche Wirkstoffspiegel entstehen. Eine Umstellung muss daher vom Arzt angeordnet und überwacht werden. Jodthyrox wird angewendet zur Behandlung von Jodmangelstruma und zur Ergänzung des Jodbedarfs bei euthyreoter Struma bei Jugendlichen, euthyreoter Struma diffusa bei Erwachsenen und in der Schwangerschaft und zur Rezidivprophylaxe nach Operation einer Jodmangelstruma.

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