Schöllkraut

Iberogast: Bayer geht aufs Ganze APOTHEKE ADHOC, 27.01.2018 08:32 Uhr

Berlin - Iberogast soll kein zweites Umckaloabo werden. In der Schweiz bekommen die Schöllkraut-haltigen Tropfen einen Warnhinweis. Für Deutschland bleibe das Nutzen-Risikoprofil unverändert positiv, findet der Hersteller Bayer. Der Konzern hat zwar vorgesorgt, geht aber aufs Ganze.

Iberogast enthält neben Bitterer Schleifenblume, Angelikawurzel, Kamillenblüten, Kümmel, Mariendistel, Melisse, Pfefferminze und Süßholz auch Schöllkraut. Die Arzneidroge ist in Deutschland umstritten. Für das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist der Nutzen nicht belegt. Von der Droge gehe gar ein erhebliches gesundheitsschädliches Risiko aufgrund von Leberschäden aus.

Für Arzneimittel mit mehr als 2,5 mg Gesamtalkaloide wurde 2008 die Zulassung widerrufen. Bei Arzneimitteln, deren Tagesdosis zwischen 2,5 µg und 2,5 mg Gesamtalkaloide beträgt, sieht das Stufenplanverfahren einen Warnhinweis in der Packungsbeilage vor: Das Risiko einer Leberschädigung muss erwähnt werden. „Aufgrund der wahrscheinlichen Dosisabhängigkeit der hepatotoxischen Wirkungen ist es erforderlich, dass bei diesen Arzneimitteln adäquat auf die möglichen Risiken und Vorsichtsmaßnahmen hingewiesen wird.“

Auch Iberogast müsste laut Stufenplanbescheid einen Warnhinweis enthalten. Doch der Hersteller sieht keinen Handlungsbedarf: „Der für die Herstellung von Iberogast verwendete Schöllkraut-Extrakt enthält nur sehr geringe Mengen an Alkaloiden“, teilt eine Konzernsprecherin mit. „Die mit der empfohlenen Tages-Dosierung von dreimal täglich 20 Tropfen Iberogast aufgenommene Menge an Schöllkraut-Alkaloiden liegt bei etwa 0,3 mg.“

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