Nebenwirkungen

Lauterbach: Bayer muss über Iberogast aufklären APOTHEKE ADOC, 23.02.2018 13:00 Uhr

Berlin - SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert Bayer dazu auf, beim Magenmittel Iberogast die Nebenwirkungen für die Leber nicht länger zu verschweigen. „Nehmt die Patienten ernst“, schreibt er auf Twitter.

Zuletzt sprach bereits Kordula Schulz-Asche, Gesundheitsexpertin der Grünen, von einem Skandal. Die Frankfurter Allgemeine hatte zuvor mit dem Titel „Verschweigt Bayer Risiken von Magenmittel Iberogast?“ über das Thema berichtet.

In der Schweiz musste Bayer vor Kurzem Warnhinweise in die Packungsbeilage aufnehmen; die Arzneimittelbehörde Swissmedic wollte nicht bis zum Abschluss des Gerichtsverfahrens warten. Anders hierzulande: Zwar hatte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bereits in einem 2005 eingeleiteten Stufenplanverfahren ebenfalls Warnhinweise gefordert; doch der Fall liegt noch vor Gericht.

Wie die Bundesregierung die Gesundheitsgefahren beurteile sei, wollte Schulz-Asche in einer schriftlichen Anfrage wissen. In ihrer Antwort wies Ingrid Fischbach, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesgesundheitsministerium (BMG), auf das Stufenplanverfahren hin. Unter der Voraussetzung, dass die Auflagen umgesetzt würden, werde die Wirksamkeits-Risiko-Relation für Iberogast weiterhin als positiv erachtet. Solange die gerichtliche Überprüfung nicht abgeschlossen sei, sei der Hersteller nicht zur Umsetzung der vom BfArM geforderten Textänderung verpflichtet.

Wie bei jeder Therapie seien außerdem die Patienten gehalten, „ihre Reaktionen auf eingenommene Arzneimittel genau zu beobachten, mögliche unerwünschte Arzneimittelrisiken (UAW), insbesondere neu aufgetretene Symptome umgehend mit ihrem behandelnden Arzt oder Apotheker zu besprechen, gegebenenfalls das Arzneimittel abzusetzen sowie dem BfArM selbstständig oder durch die Heilberufler eine entsprechende UAW-Meldung zu übersenden“.

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