Labor-Debatte #75

Warnhinweis: Empfehlt ihr Iberogast weiter? APOTHEKE ADHOC, 12.09.2018 10:00 Uhr

Berlin - Logische Konsequenz oder längst überfällig? Iberogast bekommt einen Warnhinweis – so wie es das BfArM schon seit vielen Jahren fordert. Bislang sah Bayer keinen Handlungsbedarf, nun ist der Konzern eingeknickt und zieht den Kopf aus der Schlinge, weil neue Fälle von Leberschädigungen gemeldet wurden. Was ist eure Meinung: Ist der Warnhinweis gerechtfertigt? Oder wird „mit Kanonen auf Spatzen geschossen“? Empfehlt ihr das Produkt trotzdem? Oder droht Iberogast der Absturz? Und wie ist eure Meinung zum Thema Schöllkraut? Jetzt mitdiskutieren im LABOR von APOTHEKE ADHOC!

Inzwischen war es ruhiger um das Thema Iberogast geworden. Doch nun liegen dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) neue Nebenwirkungsmeldungen von Leberschädigungen im Zusammenhang mit der Anwendung des Magenmittels vorgelegt. „Die berichteten Leberreaktionen entsprechen in den meisten Fällen dem in den Bescheiden des BfArM dargestellten Spektrum. Darunter befindet sich nun ein im Juli 2018 bekannt gewordener zweiter Fall eines Leberversagens mit Lebertransplantation, der jedoch letztlich tödlich endete“, heißt es in einer Mitteilung der Behörde.

Das BfArM erhielt über die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) weitere Informationen. Bis zum 10. September haben demnach weitere Informationen von den meldenden Ärzten die Behörde erreicht, „die im Ergebnis einen Zusammenhang mit der vorherigen Anwendung von Iberogast nahe legen“.

Bayer hatte das Nutzen-Risiko-Profil für Iberogast stets als unverändert positiv bewertet. „Sicherheit und Wirksamkeit von Iberogast wurden in kontrollierten klinischen Studien mit mehr als 55.000 Probanden bestätigt“, so eine ältere Stellungnahme. Dennoch hat der Konzern vorgesorgt und geht auf Nummer sicher und hat bereits seit 2010 eine Zulassung für die Variante ohne Angelikawurzel, Mariendistel und Schöllkraut in der Tasche.

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