Phoenix-Wannen verhindern Schlimmeres | APOTHEKE ADHOC
Hochwasser

Phoenix-Wannen verhindern Schlimmeres

, Uhr
Berlin -

Gleich zweimal hintereinander, in der Nacht von Sonntag auf Montag und am Dienstag fegte ein Unwetter vor allem über den Westen. Die Folgen trafen auch Jürgen Lutsch mit seiner Linda-Apotheke in Kall.

Die Gewitter brachten starke Regenfälle mit sich. Viele Straßen wurden überflutet, vor allem in den Innenstädten von Wuppertal und Aachen herrschte Land unter. Aber auch den Kreis Euskirchen mit der Gemeinde Kall traf es hart. „Grundsätzlich sind solche Wetterkapriolen nicht mehr so überraschend, doch diese Intensität an gleich zwei Tagen hat uns doch überrumpelt“, sagt Lutsch. „Die Hagelkörner waren so groß wie Tennisbälle.“

Im Umfeld der Apotheke seien die Häuser vollgelaufen. „Bei uns lief das Flachdach über, das Wasser trat in vier Räume der Apotheke ein“, berichtet Lutsch. „Zwei Lagerräume, das Labor und mein Büro haben etwas abbekommen.“ Dass der Schaden nicht noch größer wurde, hat Lutsch – zumindest indirekt – seinem Großhändler zu verdanken. Die Lieferwannen von Phoenix fingen notdürftig das durch die Decke eintretende Wasser auf. „Die Räume müssen wir jetzt trocken legen und sanieren.“

Dabei hätten er und sein Team noch Glück in Unglück gehabt: „Der Apothekenbetrieb ist nicht beeinträchtigt worden. Das Labor mussten wir zwar trocken legen, aber die Rezeptur kann fortgesetzt werden.“ Auch die gelagerten Medikamente seien so gut wie vollzählig gerettet worden. „Nur zwei Kisten mit Windeln mussten wir entsorgen, aber das war kein Drama.“

Die Linda-Apotheke liegt direkt an einem Bach, schon früher herrschte Alarmstimmung. „Vor etwa zehn Jahren war ich gerade als Aussteller bei der Expopharm in Düsseldorf, als der Bach überlief. Ich wurde wegen Gefahr in Verzug dringend nach Kall zurückgerufen“, so Lutsch. Zwar habe die Gemeinde nach dem damaligen Unwetter Regenrückhaltebecken eingerichtet. „Doch die haben diesmal nicht funktioniert.“

Lutsch hat zwar eine Versicherung. „Doch ich habe sie bereits einmal in Anspruch nehmen müssen und noch ist nicht geklärt, ob sie auch diesmal den Schaden übernimmt.“ Unabhängig davon denke er über eigene Schutzmaßnahmen nach. „Das ist nicht einfach, denn die Häuser hier sind baulich gar nicht auf Hochwasser eingestellt.“ Beim ohnehin geplanten Umbau denke er über Vorrichtungen vor dem Eingang nach, die im Ernstfall einen Wasserbruch in die Offizin verhindern sollen. „Beim Einbau eines neuen Kommissionierautomaten will ich gemeinsam mit den Technikern prüfen, ob ein Schutz mit Teichfolie ausreichend ist.“

So oder so seien Unwetter und ihre Folgen kaum zu verhindern, meint der Apotheker: „Man spricht auch von offizieller Seite jetzt nur noch von Schadensbegrenzung und nicht mehr von Hochwasserschutz.“

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