Löwen-Apotheke Großenhain

Einsturzgefahr: Apotheke bleibt im Notquartier APOTHEKE ADHOC, 15.01.2020 14:38 Uhr

Berlin - Apothekerin Kerstin Boragk hatte in den vergangenen Tage so einige Hiobsbotschaften zu ertragen: Aufgrund eines Wasserschadens musste ihre Löwen-Apotheke in Großenhain evakuiert werden, das historische Deckengewölbe ist akut einsturzgefährdet. Aus dem Stegreif musste sie ein neues Quartier für ihre Betrieb organisieren und retten, was zu retten ist. Unterdessen hat sich die Situation im Gebäude weiter verschlechtert. Seit gestern ist klar: Sie wird länger im Notquartier bleiben müssen als erwartet.

27 Quadratmeter, ein halbes Generalalphabet, zwei Stühle, ein Computer: Die Löwen-Apotheke arbeitet im Krisenmodus. Vergangene Woche musste Boragk ihre Apotheke Hals über Kopf verlassen, weil die Decke über der Offizin einzustürzen droht. Seitdem ist sie in einem 50 Meter entfernten Notquartier, das sie zu ihrem Glück spontan anmieten konnte. Mit Möbeln aus dem Baumarkt improvisierten sie und ihr Team HV und Sichtwahl, das halbe Generalalphabet konnten sie mit tatkräftiger Hilfe des örtlichen Karnevalsvereins herausholen, der am Samstag im Einsatz war. Innerhalb von vier Stunden hatten die Helfer das Medikamentenlager in die neuen Räumlichkeiten verfrachtet.

Eigentlich sollte das Behelfsquartier nur eine Notlösung für ein paar Wochen sein, seit Dienstag aber ist klar: Es dauert länger. An dem Tag gab es ein Treffen aller beteiligten Verantwortungsträger, von Boragk über die Architekten und Statiker bis zum Denkmalschutz. Es brachte schlechte Nachrichten: „Statt der sechs Wochen, mit denen der Statiker anfangs gerechnet hatte, wird es wohl eher ein Vierteljahr dauern“, sagt sie. „Es gab erstaunte Gesichter von allen, dass es doch so dramatisch ist.“

Denn die Situation hat sich ein weiteres Mal verschlechtert. Am Wochenende wurden weitere Risse im Gewölbe entdeckt, diesmal sogar um den Schlussstein herum. „Die Statiker meinten, dass immer noch zu viel Last auf der Decke ist“, sagt sie. Unterdessen baggert die Baufirma immer noch in Boragks Büro über der Offizin und muss besonders vorsichtig vorgehen: Der Boden zwischen Parkett und Gewölbe muss so gleichmäßig wie möglich abgetragen werden, um das Gewölbe nicht noch weiter zu destabilisieren. Ob sie ihr Büro je weider beziehen kann, weiß sie noch nicht. Die Decke unterdessen von unten zu stützen, wie Boragk hoffte, ist dabei keine Option. „Das würde einzelne Steine herausdrücken“, erklärt sie.

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