Sturm Sabine

Apothekerin verbarrikadiert sich im Notdienst

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Berlin -

Sturmtief Sabine hat Deutschland über das Wochenende in Atem gehalten: Der Bahnverkehr stand still, Flugzeuge blieben am Boden, Schulen geschlossen – nicht aber die Auerhahn-Apotheke in Wernigerode. Die hatte Notdienst und hielt der Not stand: Denn der Sturm drückte beinahe die Eingangstür aus dem Rahmen. Doch Inhaberin Stefanie Löffler hielt tapfer die Stellung. Sie improvisierte und verbarrikadierte sich in der Offizin.

„Ich hatte schon Muffensausen“, gibt Löffler unumwunden zu. Und das ist auch nachvollziehbar: Sie saß allein in der Apotheke und musste sich die Sturmnacht um die Ohren hauen. Dabei rächte sich die exponierte Lage der Apotheke, wie sie erklärt: „Wir sind hier so gelegen, dass wir den Zug vom Brocken direkt draufkriegen“, erklärt sie. Und so saß Löffler allein in der Apotheke, als sie merkte, dass die Eingangstür nicht mehr da blieb, wo sie hingehört.

Denn sie drohte aufgrund des Winddrucks zu zerbersten. „Solche Schiebetüren sind nicht sehr stabil, das hat sich ganz schön bewegt“, erinnert sich Löffler. Also musste etwas getan werden. Sie nahm den Fahrradständer und stellte ihn gegen die Tür, um sie zu stabilisieren. Doch nicht mal das reichte. „Die Tür hat sich aber weiterhin so stark bewegt, dass sie den Fahrradständer schon nach wenigen Sekunden mehrere Zentimeter in den Raum hineingedrückt hat. An den Seiten konnte ich bereits raus gucken.“

Es musste also mehr Gewicht her. Löffler beschwerte den Fahrradständer mit mehreren vollen Großhandelswannen – und mit pharmazeutischer Fachliteratur. Die dicken Wälzer eignen sich hervorragend, wenn es aufs Gewicht ankommt, und hielten dann zum Glück auch, um die „Extremzeit“, wie Löffler es nennt, zwischen 18 und 22 Uhr zu überbrücken. Bis zu 115 Kilometer pro Stunde habe der Wind geblasen.

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