Pessina und die Allianz gegen Alliance

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Im Mai 2001 meldete die Sanacorp ihre Kaufabsicht für das Stada-Paket beim Bundeskartellamt an; durch die Übernahme hätte die Münchener Genossenschaft die Mehrheit erlangt. Doch die Wettbewerbshüter intervenierten wegen Überschneidungen in 9 von 14 Gebieten. Die Sanacorp klagte und zog bis vor den Bundesgerichtshof (BGH) – am Ende ohne Erfolg.

Um Pessina aus dem Markt zu halten, übernahmen Celesio und Phoenix im September 2003 die Anteile der DZ Bank – zunächst mit einer Call-Option zugunsten der Sanacorp, die nach dem endgültigen Aus vor den Wettbewerbsgerichten wegfiel.

Doch schon im Dezember 2003 gab es plötzlich einen weiteren Mitaktionär: Nachdem die Noweda von der Sanacorp aus dem Aufsichtsrat gedrängt worden war, machte man in Essen Kasse und verkaufte 19 Prozent der Anteile für 61 Millionen Euro an Alliance Unichem. Durch weitere Zukäufe kam Pessina schließlich auf 30 Prozent.

Damit war die Pattsituation komplett. Wollte man Alliance Unichem nicht in den Markt lassen, mussten die deutschen Eigentümer bei der Anzag bleiben. Ein anderes strategisches Interesse gab es nicht, schließlich gab es weder ein Vor noch ein Zurück. Celesio-Chef Dr. Fritz Oesterle versuchte noch einmal, die Mächteverhältnisse zu verändern: Als die Sanacorp 2007 ihr Geschäft in ein Gemeinschaftsunternehmen mit der französischen Genossenschaft Cerp Rouen einbrachte, pochte Celesio auf ein vereinbartes Vorkaufsrecht – ebenfalls ohne Erfolg.

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