Börsenrückzug geplant

Pessina greift nach Walgreens Tobias Lau, 06.11.2019 09:28 Uhr

Berlin - Walgreens Boots Alliance (WBA) erwägt, sich von der Börse zurückzuziehen. Wie die Wirtschaftsnachrichtenagentur Bloomberg unter Verweis auf informierte Kreise berichtet, hat Konzernchef Stefano Pessina kürzlich Gespräche mit Finanzinvestoren geführt. Ziel: Ein Leveraged Buyout, also ein kreditfinanzierter Deal zur Privatisierung der Apothekenkette. Es wäre der größte der Geschichte – doch mögliche Investoren scheinen noch nicht überzeugt, auch weil sie für Walgreens keine rosige Zukunft erwarten. Der 78-jährige Patriarch greift erstmals auf eine frühere Taktik zurück, selbst sein ehemals wichtigster Partner zögert offenbar.

Anonymen Quellen zufolge haben Pessina und weitere Mitglieder der Konzernleitung in den vergangenen Monaten mehrere informelle Gespräche mit Vertretern der Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) geführt. Darüber hinaus habe Walgreens die die Investmentbank Evercore Partners damit beauftragt, auszuloten, wie so eine Transaktion durchführbar wäre.

Pessina ist selbst Walgreens‘ größter Anteilseigner, er hält 16 Prozent der Aktien bei einem Gesamtwert des Konzerns von 55 Milliarden US-Dollar. Der bisher größte Buyout der Geschichte war der Kauf des US-Versorgungsunternehmens TXU im Jahr 2007 mit 45 Milliarden US-Dollar – ebenfalls durch KKR. Vorerst sieht es aber so aus, als ob der TXU-Deal der größte bleibt: Den zitierten Quellen zufolge sollen die KKR-Vertreter von Pessinas Offerte wenig begeistert gewesen sein. Es sei zudem unklar, wie so etwas umsetzbar sei – mehrere private Privatkapitalgesellschaften hätten eine Beteiligung bereits abgelehnt und dabei nicht nur auf die schwere Durchführbarkeit eines solchen Megadeals verwiesen, sondern auch auf die wirtschaftlichen Aussichten von Walgreens.

Es ist jedoch schon aufgrund der Größe der Transaktion davon auszugehen, dass sich mehrere private Investoren beteiligen müssten. Pessina erwägt den Meldungen zufolge bereits, auch Assets von Walgreens zu veräußern, um Geld locker zu machen. Die Nachrichtenagentur Reuters nennt konkret eine 27-prozentige Beteiligung am Großhändler AmerisourceBergen (ASB), bei dem WBA im Rahmen einer strategischen Partnerschaft eingestiegen war.

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