Apotheken erobern Sichtwahl zurück

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Berlin -

Livsane kommt – Phoenix will mit einer europaweiten Eigenmarke einen dreistelligen Millionenumsatz erzielen. Alter Wein in neuen Schläuchen? Oder das Comeback eines zuletzt vernachlässigten Erfolgskonzepts? Bislang mischen vor allem Kooperationen wie Linda, Elac und Parmapharm mit. Doch auch Versandapotheken und kleinere Verbünde haben das Thema für sich entdeckt. Und einige sind ganz erfolgreich.

Auch wenn der eigene Name auf der Packung die beste Werbung ist: Nicht jede Apotheke kann sich das Geschäft mit den Eigenmarken leisten. Ein gewisser Absatz wird benötigt, das Team muss mitspielen. Und dann gibt es noch logistische und strategische Komponenten: Die Ware muss vorfinanziert, zwischengelagert und ausgefahren werden. Dazu drohen Verfall und Überalterung – einige Medizinprodukte könne man gar nicht so schnell verkaufen, wie sie durch technische Neuerungen abgelöst würden, erklärt Andreas Fremmer von Linda.

Seine Kooperation hat deswegen die Logistik vor einem Jahr an den Großhandelspartner Phoenix ausgelagert. Dadurch könnten die Apotheken auch kleinere Mengen bestellen. Zusätzlich hat sich Linda auf den Bereich der Nahrungsergänzungsmittel (Prima) und Diätmittel (Ovivo) spezialisiert – anders als bei Elac oder Parmapharm sind OTC-Produkte bislang tabu. In Köln will man das gute Verhältnis zu den Industriepartnern nicht strapazieren.

Den umgekehrten Ansatz fährt man bei Apo-Rot: Die Versandapotheke will ihr Portfolio ausweiten, um sich vom Druck der Hersteller, immer größere Mengen abzunehmen, ein Stück weit zu befreien. Derzeit haben die Hamburger mehr als 30 Produkte unter dem Namen Apo-Rot in den Bereichen OTC, Kosmetik und Nahrungsergänzungsmittel im Angebot: vom Kontaktlinsenmittel über die Handcreme mit Hyaluronsäure bis hin zu Schnelldrehern wie Ibuprofen und Paracetamol.

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