Eigenmarken

„Apotheken können vom LEH lernen“

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Berlin -

Das Geschäft mit Eigenmarken in Apotheken wächst. „Die Nachfrage verstärkt sich vor allem bei Kooperationen“, sagt Oren Weininger, Geschäftsführer von Fair-Med. Der Hamburger Hersteller beliefert Apotheken und Großhändler mit OTC-Eigenmarken. Die Branche könne von Produkten mit eigener Dachmarke profitieren. Der Hauptanteil des Umsatzes erwirtschaftet die 2012 gegründete Firma aber über Rabattverträge.

Seit mehreren Jahren ist Fair-Med mit dem Konzept „Eigenmarken für Apotheken“ im deutschen Markt aktiv, seit Mitte 2017 wird die Zusammenarbeit verstärkt. Inhaber können aus verschiedenen Konzepten wählen. Apotheker könnten Kleinauflagen ab 128 Packungen im eigenen Design bestellen. „Mit einem speziellen, hochwertigen und eigenen digitalen Printer können wir jedes Design auf die Packungen drucken“, sagt Weininger.

Bei größeren Aufträgen im 1000er-Bereich wird die komplette Faltschachtel im apothekeneigenen Design hergestellt. „Apotheken denken immer häufiger an Marketing. Mit eigenen Marken können sie sich bekannter machen und haben eine gute Marge“, so Weininger. Das Unternehmen bietet Zusammenschlüssen ohne einheitliche Dachmarke auch individuelle Packungen zum gleichen Einkaufspreis an.

Pharmazeuten können laut Weininger in Sachen Eigenmarken vom Lebensmitteleinzelhandel (LEH) lernen: „Der Trend zur Eigenmarke ist im LEH ungebrochen und erreicht inzwischen in vielen Kategorien einen Anteil von bis zu 40 Prozent des Umsatzes“, sagt er. Treiber seien die deutlich höhere Marge, die Unabhängigkeit von den Markenanbietern sowie die Stärkung der eigenen Marke. „Genau diese Treiber sollte die Apotheke vom LEH lernen und deshalb mehr Eigenmarkenprodukte anbieten.“

Weininger sieht jedoch Unterschiede zwischen den Branchen: „Der Impuls zu mehr sogenanntem Eigenmarketing kommt bei Apothekern aber sicher vordergründig wegen der Kundenbindung“, sagt er. Das Brand-Building der Hersteller und der Versandapotheken im Wettbewerb führe in Apotheken zur Sensibilisierung, wie Kunden über das persönliche Gespräch hinaus auch werblich und somit optisch fester gebunden werden könnten. Der Kundendialog erfahre auch durch die Digitalisierung einen Strukturwandel, gerade bei der jüngeren Generation.

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