Rückrufwelle

Valsartan-Aufzahlung: Das macht dann 95 Euro Nadine Tröbitscher, 11.07.2018 13:24 Uhr

Berlin - Patienten werden bei Valsartan zweimal überrascht – in negativer Hinsicht. Bislang haben 16 Unternehmen ihre Valsartan-haltigen Arzneimittel zurückgerufen, Apotheker müssen bei der Rezeptbelieferung auf die sicheren Präparate ausweichen. In einigen Fällen wird ein neues Rezept benötigt, in anderen fällt eine enorme Festbetragsaufzahlung an. Patienten laufen Sturm.

Ein Mann aus Nordrhein-Westfalen wird seit vier Monaten mit Valsartan/HCT behandelt. Im Internet erfuhr er von der Verunreinigung mit dem als möglicherweise krebserregenden N-Nitrosodimethylamin (NDMA). Auch sein Präparat steht auf der Rückrufliste, denn der verarbeitete Wirkstoff stammt vom chinesischen Unternehmen Zhejiang Huahai Pharmaceutical. Der Patient wandte sich an den behandelnden Arzt, der das als sicher eingestufte Original Codiovan (Novartis) verordnete.

Soweit, so gut. „Das böse Erwachen musste ich bei der Rezepteinlösung in der Apotheke erfahren. Ich sollte 122,59 Euro für das Arzneimittel bezahlen“, sagt der Heinsberger. „Das ist Betrug am Patienten. Wie kann es sein, dass die Patienten zur Kasse gebeten werden?“ Die Frage sollte die Kasse beantworten. „Ich rief bei der Krankenkasse an, die bestätigte den Betrag mit den Worten, das sei eben so.“

Für Valsartan/HCT 160/12,5 mg liegt der Festbetrag bei 31,75 Euro. Der Preis für Codiovan in der entsprechenden Stärke beträgt jedoch 122,59 Euro. Für den Patienten fällt somit eine Festbetragsaufzahlung von 90,84 Euro an. Hinzukommen 5 Euro für die gesetzliche Zuzahlung, macht unter dem Strich 95,84 Euro, die aus eigener Tasche zu zahlen sind.

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