Statine und PPI: Achtung Lagerwertverluste!

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Berlin -

Zum 1. Juli treten nicht nur die neuen Mehrwertsteuersätze in Kraft, sondern auch neue Festbeträge. Mehrere Schnelldreher sind betroffen.

Antianämika: Darbepoetin, Erythropoetin, PEG-Erythropoetin

In dieser Gruppe gibt es für die Apotheken keine großen Änderungen. Bei Dabepoetin gibt es neben dem Original Aranesp von Amgen nur Reimporte; hier sinken die Preise um bis zu 8 Prozent. Die Epoetin-Biosimilars von Hexal, Medice, Ratiopharm und Stada liegen bereits unter Festbetrag oder maximal 4 Prozent darüber. Bei PEG-Epoetin liegt selbst das Orginal Mircera (Roche) unter Festbetrag; Biosimilars gibt es hier nicht.

HMG-CoA-Reduktasehemmer: Atorvastatin, Fluvastatin, Lovastatin, Pitavastatin, Pravastatin, Rosuvastatin, Simvastatin

Bei den Statinen als klassischen Schnelldrehern kommt auf die Apotheken viel Arbeit zu. Bei Atorvastatin, Fluvastatin, Lovastatin, Pravastatin,Rosuvastain und Simvastatin sinken die Erstattungspreise um 10 bis 20 Prozent – die Hersteller haben reagiert und ihre Preise angepasst. Vor allem bei den hochdosierten Großpackungen sind die Lagerwertverluste deutlich zu spüren. Nur vereinzelt sind Hersteller nicht betroffen, etwa Aliud, Betapharm, Bluefish, Mylan und Stada bei Simvastatin. Bei Pivastatin ist Recordati mit Livazo der einzige Anbieter; bei einer Preisdifferenz von 80 Prozent ist das „Überleben“ des Wirkstoffs in Gefahr. Der Hersteller hat den Preis jedenfalls nicht auf den Festbetrag gesenkt.

Prostaglandin-Analoga: Bimatoprost, Latanoprost, Tafluprost, Travoprost

Bei Bimatoprost liegen 1A, Aliud, Hexal und Omnivision bereits sämtlich unter Festbetrag. Bei Latanoprost gibt es bei den meisten Generikaanbietern eine Differenz von bis zu 16 Prozent. Bei Tafluprost liegt Santen als einziger Anbieter ebenfalls 17 Prozent über Festbetrag. Bei Travoprost über Anbieter wie 1A, Heumann, Hexal, Omnivision und Ratiopharm mit Einbußen von 15 Prozent zu rechnen; nur Aliud liegt bereits unter Festbetrag.

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