HIV-Medikamente

Kein Festbetrag für Kinder-Viread

, Uhr
Berlin -

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat erstmals ein Arzneimittel zur Behandlung von Kindern bei der Bildung einer neuen Festbetragsgruppe ausgenommen. Tenofovirdisoproxil wurde in der pädiatrischen Dosierung explizit ausgeklammert, um die Versorgung zu sichern.

Mit dem Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz (AMVSG) war zur Sicherung ausreichender Therapiemöglichkeiten eine Neuregelung eingeführt worden, nach der spezielle Darreichungsformen für Kinder von der Festbetragsgruppenbildung ausgenommen werden können.

Diese Möglichkeit hat der G-BA nun bei der neu eingeführten Gruppe der „Nukleos(t)id-Analoga mit hoher Resistenzbarriere“ genutzt. Hier geht es um die Wirkstoffe Entecavir und Tenofovirdisoproxil, die beide zur Behandlung der chronischen Hepatitis B eingesetzt werden. Alleine oder in Kombination mit anderen Wirkstoffen wird Tenofovirdisoproxil allerdings auch bei HIV-Patienten eingesetzt.

Gilead und Puren haben Monopräparate mit 123, 163 und 204 mg auf dem Markt, die speziell zur Behandlung von Kindern von sechs bis zwölf Jahren zugelassen sind. Diese Präparate hat der G-BA nun ausgenommen, da sie nicht das gemeinsame Anwendungsgebiet besitzen. Der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) hatte im Anhörungsverfahren auf die Besonderheit hingewiesen.

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Pharmazeutische Dienstleistungen
PharmDL: Warten auf den Schiedsspruch »
Verhandlung am Bundessozialgericht
DAK wegen DocMorris-Bonus vor Gericht »
GKV: Großhandel soll Tamoxifen bündeln
Tamoxifen: Dreifache Zuzahlung bei Stückelung »
Mehr aus Ressort
Orales Budesonid gegen Proteinurie
Kinpeygo: Erstes Orphan Drug für Stada »

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Umlautprobleme und Botendienstsorge
E-Rezept: Vor- und Nachteile in der Praxis»
Ärzt:innen warnen vor Zwangseinführung
KV Hessen: Resolution gegen das E-Rezept»
Neues Angebot für die Schweiz
Weleda will Rezepturen herstellen»
Dynamischer Energiekostenbeitrag
Sanacorp: Gebühr je nach Dieselpreis»
Umbruch beim Großhändler
AEP: Die zweite Reihe geht»
ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick
Großhandelskonditionen auf einen Blick»
Pharmazeutische Dienstleistungen
PharmDL: Warten auf den Schiedsspruch»
Auf antibakterielle Wirkstoffe besser verzichten
Hautcremes können dem Mikrobiom schaden»
Erste Leitlinie für Diagnose & Behandlung
Vitiligo: Wenn der Haut die Pigmente fehlen»