Valsartan-Rückrufe

Barmer zahlt Diovan – ausnahmsweise Nadine Tröbitscher, 11.07.2018 15:25 Uhr

Berlin - Laut Barmer sind rund 85.000 Versicherte aus den eigenen Reihen vom Rückruf Valsartan-haltiger Arzneimittel betroffen. Trotz Rückrufwelle sollen die Betroffenen weiter versorgt werden und den Blutdrucksenker nicht einfach absetzen. Dazu ist ein Wechsel auf verfügbare Alternativpräparate nötig. Die Barmer teilt mit, die im Zuge der Umstellung anfallenden Kosten zu übernehmen.

Die Barmer hat für Valsartan als Monopräparat mit AbZ, Heumann und Mylan dura Rabattverträge geschlossen. Die Zuschläge für die Kombination Valsartan/HCT können AbZ, TAD und Aurobindo für sich behaupten. Von den Rabattpartnern sind Valsartan dura, Valsacor comp und Valsartan HCT Aurobindo nicht vom Rückruf betroffen. Entsprechend könnten Apotheken auf diese Arzneimittel ausweichen, wenn Patienten ein neues Rezept in der Apotheke vorlegen.

„Auf Sie kommen keine zusätzlichen Kosten zu, weder für das Umtausch-Präparat noch für die Zuzahlung“, schreibt die Barmer. Patienten sollen die Zuzahlung in der Apotheke leisten und die Quittung bei der zuständigen Geschäftsstelle einreichen.

Aber wie sieht es mit anfallenden Mehrkosten aus? Apotheken sollen bevorzugt die vom Rückruf nicht betroffenen Rabattarzneimittel abgeben. Im Falle eines offiziell bekannten Versorgungsengpasses – „wenn keine alternativen rabattierten oder nicht rabattierten Generika zur Verfügung stehen, wird die Barmer auch die Mehrkosten erstatten“, teilt die Kasse mit. Die Kasse mahnt Ärzte jedoch, nicht grundsätzlich das Original-Arzneimittel mit Aut-idem-Kreuz zu verordnen. Für das Original von Novartis fallen Festbetragsaufzahlungen zwischen 70 und mehr als 90 Euro an.

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