Großhandel

„Massenweise Valsartan unter Quarantäne“ Carolin Bauer, 11.07.2018 14:45 Uhr

Berlin - Apotheken müssen ihr Warenlager nach vom Rückruf betroffenen Valsartan-Packungen durchsuchen. Die Produkte werden meist an den Großhandel zurückgeschickt. Für die Logistiker ist die Rückrufwelle eine Herausforderung. Tausende Packungen müssen gesondert gelagert werden. In den Niederlassungen wird das Personal aufgestockt, aber auch Einbußen befürchtet.

Die Rückrufwelle sorgt nicht nur in Apotheken für Sonderschichten. Auch die Großhändler stehen vor Herausforderungen. Stündlich werden neue Wannen mit zurückgerufenen Valsartan-Packungen in Niederlassungen abgeliefert. Die Arzneimittel müssen unter Quarantäne gestellt in separaten Bereichen aufbewahrt werden.

„Die Apotheken schicken massenweise Packungen“, sagt Fiebig-Geschäftsführer Andreas Sauer. Immer wieder kommen gefüllte Waren im Lager an. Der Aufwand, den man den Großhändlern aufbürde, sei enorm. Die Ware komme in Wannen an und müsse isoliert von anderen Produkten gelagert werden. „Das ist ein geordnetes Verfahren. Die Sicherheit geht vor“, so Sauer.

Der Rückruf stelle den Großhandel vor Herausforderungen, sagt Sauer. „Wir sind dem gewachsen.“ Platz sei in dem Logistikzentrum im baden-württembergischen Rheinstetten genug. Fiebig hat rund 750 Apothekenkunden. Das Liefergebiet erstreckt sich auf den gesamten Südwesten von Idar-­Oberstein bis Lörrach und von Pirmasens bis Schwäbisch-Hall.

Das Unternehmen reagiert flexibel auf die ankommenden zurückgerufenen Chargen. Je nach Lieferung werde das Personal in der Abteilung Industrie-Retoure aufgestockt. Teilweise arbeiteten dort bis zu sieben Mitarbeiter mehr. Die Angestellten würden aus anderen Abteilungen abgezogen. „Je nachdem, wie viel Valsartan-Packungen zurückkommen“, so Sauer. Die Situation sei nahezu einzigartig: „Meiner Erinnerung nach gab es vor Jahren mit dem Rückruf von Lipobay durch Bayer eine vergleichbare Größenordnung.“ Der Leverkusener Konzern hatte den Cerivastatin-haltigen Cholesterinsenker wegen einer Wechselwirkung mit Gemfibrozil zurückgerufen.

APOTHEKE ADHOC Debatte