Magenmittel

Iberogast: Bayer bleibt Schöllkraut treu APOTHEKE ADHOC, 19.09.2018 15:24 Uhr

Berlin - Wie geht es weiter mit Iberogast? Eine Frage, die Dr. Christoph Theurer, Leiter Medizin Consumer Health bei Bayer, beantwortet. Das Statement ist klar: Iberogast ist bei richtiger Anwendung gut verträglich. Die Zulassung ohne Schöllkraut bleibt in der Schublade.

Iberogast enthält neun Pflanzenextrakte, neben Bitterer Schleifenblume, Angelikawurzel, Kamillenblüten, Kümmel, Mariendistel, Melisse, Pfefferminze und Süßholz auch das umstrittene Schöllkraut. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist der Nutzen nicht belegt. Schlimmer noch, es besteht ein hepatotoxisches Risiko. Ein im Juli 2018 bekannt gewordener zweiter Fall eines Leberversagens mit Lebertransplantation, der tödlich endete, machte die Umsetzung eines Warnhinweises für Iberogast unumgänglich.

Bayer hält dennoch an Schöllkraut fest. „Bayer hat ein wirksames und bei richtiger Anwendung gut verträgliches Arzneimittel im Markt. Wir stehen unverändert zu dem positiven Nutzen-Risiko-Verhältnis von Iberogast in den zugelassenen Indikationen. Es ergibt sich kein Grund, andere Maßnahmen zu ergreifen“, so Theurer.

Der Konzern hat eine Zulassung ohne Schöllkraut seit Langem in der Tasche. „In den späten 1980er Jahren wurde in Deutschland ein Richtlinienentwurf von der Kommission E des BfArM zu pflanzlichen Arzneimitteln veröffentlicht. Nach diesem Richtlinienentwurf sollten pflanzliche Arzneimittel maximal fünf Extrakte enthalten. Iberogast enthält neun Extrakte“, erklärt Theurer den Umstand. Aus diesem Grund wurde Iberogast N bestehend aus fünf aktiven Komponenten – ohne Angelikawurzel, Mariendistel und Schöllkraut, aber mit Süßholz als Geschmackskorrigenz – entwickelt. So konnte man der Kommission E entsprechen, doch der Entwurf der Richtlinie trat nie in Kraft.

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