Stiftung Warentest hat wieder einmal die Qualität von Versandapotheken getestet. Neben den Ergebnissen erfahren die Leserinnen und Leser im aktuellen Heft auch, wie der Kauf von Medikamenten im Netz funktioniert und worauf man achten sollte – und wie man bei rezeptfreien und rezeptpflichtigen Medikamenten sparen kann.
„So sparen Sie beim Medikamentenkauf“, schreibt Warentest und informiert: „Eine Ersparnis ist bei rezeptfreien Mitteln möglich – und teils auch bei Rezepten.“ Denn laut Warentest gibt es den „Auslandsbonus“: „Für rezeptpflichtige Mittel gilt für deutsche Vor-Ort- und Online-Apotheken eine Preisbindung. Doch manche Versender aus dem EU-Ausland wie DocMorris, Medpex, Shop Apotheke oder Apodiscounter gewähren derzeit Boni, erlassen etwa die Zuzahlung.“ Ob das so bleibe, sei aber fraglich. „So hat Bundesgesundheitsministerin Nina Warken bereits angekündigt, wenn nötig dagegen vorzugehen: Deutsche Apotheken dürften gegenüber ausländischen nicht benachteiligt werden.“
Das Warentest-Team hat aber vor allem im OTC-Bereich die Preise verglichen, und zwar anhand von fünf ausgewählten Präparaten. Bis zu 54 Prozent Ersparnis gegenüber dem Listenpreis waren drin, allerdings ausgerechnet bei den beiden Versendern, die im Test fachlich und insgesamt nur mit „ausreichend“ abschnitten. Bei den beiden Testsiegern („gut“) lag der Vorteil dagegen nur bei 36 Prozent. Auch die Versandapotheke von dm wurde getestet: Hier waren zwar rund 52 Prozent an Einsparung drin, aber zwei der fünf Mittel waren wegen des eingeschränkten Sortiments nicht erhältlich.
Insgesamt wurden neun Versender getestet. Die fachliche Qualität floss zu 55 Prozent ein, der Service wurde zu 25 Prozent berücksichtigt und die Nutzungsfreundlichkeit der App zu 15 Prozent. Acht Bestellungen wurden jeweils ausgelöst, dabei wurden auch zwei Privat- und drei Kassenrezepte eingereicht. Geprüft wurde etwa, ob bei der Bestellung auf Wechselwirkungen oder Risiken hingewiesen wurde.
Warentest empfiehlt, bei der Bestellung im Netz auch die Versandkosten einzukalkulieren. „Diese entfallen oft ab einem bestimmten Bestellwert oder wenn Sie ein Rezept einreichen.“ Übrigens lohnten sich auch der Vergleich und die Nachfrage in der Apotheke vor Ort, denn auch diese dürfe im OTC-Bereich den Listenpreis unterbieten.
Und noch einen Vorteil hätten die Apotheken vor Ort: Die Lieferzeit der Versender betrug nämlich meist ein bis zwei Tage. Das sei zwar wegen der Transportwege angemessen, zeige aber: „Wer schnell etwas braucht, nutzt – falls möglich – am besten Apotheken vor Ort. Sie haben Arzneien vorrätig beziehungsweise können sie oft noch am selben Tag beschaffen oder nach Alternativen schauen. Und sie übernehmen den Nacht- und Notdienst – alles wichtige Vorteile von Vor-Ort-Apotheken.“
APOTHEKE ADHOC Debatte