Der SV Elversberg steigt in die Bundesliga auf. Ein Fußballmärchen nicht nur für die kleine Gemeinde im Norden von Saarbrücken, sondern auch für den Hersteller Ursapharm. Denn dessen Chefs haben das Wunder überhaupt erst möglich gemacht.
Der SV Elversberg ist zwar fast 120 Jahre alt, war lange aber nur in der Regionalliga aktiv. Erst 2022 gelang der Aufstieg in die 3. Liga, ein Jahr später dann schon der Wechsel in die 2. Bundesliga. Nachdem 2025 ein entscheidendes Spiel verloren und der weitere Aufstieg verpasst wurde, gelang das Fußballwunder jetzt: Die Mannschaft von Trainer Vincent Wagner gewann 3:0 gegen Münster und steigt damit in die 1. Bundesliga auf.
Der Club wird oft als Dorfverein bezeichnet, doch er hat prominente Unterstützer: Bereits seit 2008 lenken Frank und Dominik Holzer die Geschicke. Sie sind die Chefs des OTC-Herstellers Ursapharm; die Spielstätte heißt daher seit einigen Jahren auch Ursapharm-Arena an der Kaiserlinde. Frank Holzer ist Aufsichtsratschef, Dominik Holzer Präsident des Vereins.
„Mein Vater und ich haben irgendwann bei einem Bier zusammengesessen und überlegt, ob es durch seriöse und vernünftige Planung möglich wäre, aus der SVE einen Zweitligisten zu machen“, erzählte Dominik Holzer einmal gegenüber der Bild-Zeitung. Der Coup gelang, jetzt wurde sogar die 1. Liga erreicht.
Eine Verbindung zum Fußball gab es schon seit jeher: Frank Holzer war selbst Profispieler. Nachdem er seine Karriere beim DJK Elversberg begonnen hatte, wechselte er 1971 zum FC Saarbrücken und schaffte mit seiner Mannschaft den Aufstieg in die 1. Bundesliga (126 Spiele, 14 Tore). Den Meistertitel in der Südstaffel in der Tasche, ging er 1976 zu Eintracht Braunschweig. 1977/78 musste er wegen mehrerer Faserrisse im Oberschenkel pausieren, 1980 war nach 39 weiteren Spielen und drei Toren mit der Karriere Schluss.
Nach dem Ende der Profikarriere studierte Holzer in Braunschweig und Saarbrücken Pharmazie. 1984 übernahm er die Bären-Apotheke in Saarbrücken, die 1963 von seinem Vater Albrecht Holzer gegründet worden war. 1993 stieg er in die Geschäftsführung von Ursapharm ein; das Unternehmen war im Januar 1974 durch seinen Vater und weitere Partner als Handelsunternehmen für ophthalmologische Zubereitungen gegründet worden.
Die Pharmafirma wächst seit einigen Jahren rasant: Der Umsatz lag zuletzt bei 295 Millionen Euro, der Gewinn bei 51 Millionen Euro.
Davon profitiert auch der Verein: Das Stadion wird derzeit ausgebaut, sodass es künftig 15.000 Zuschauer fasst. Im kommenden Frühjahr soll die 2014 begonnene umfassende Sanierung abgeschlossen sein – und der Erstligist dann eine passende Spielstätte haben.
Die spannende Frage ist, wie Ursapharm sich als Sponsor künftig positioniert. Seit 2017 unterstützt Ursapharm den FC Bayern, der Vertrag mit dem Rekordmeister war 2023 um drei Jahre verlängert worden. Pünktlich zum Aufstieg in der neuen Saison könnte der Hersteller also auf den eigenen Verein setzen.