Amazon-Streaming

Prime Video: Apothekenprodukte im Angebot

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Berlin -

Die Hersteller von Apothekenprodukten setzen bei der Werbung immer stärker auf Streamingdienste – allen voran Amazon. Wer dort seine Serie schaut, kommt nicht mehr an Spots für OTC-Arzneimittel oder Dermokosmetik vorbei. Die Produkte können an der Apotheke vorbei per Klick in den Warenkorb gelegt werden. Verkauf und Versand? Amazon.

Ab in den Amazon Einkaufswagen: L’Oréal etwa wirbt bei Amazon für La Roche-Posay und nutzt dabei die sogenannten Shoppable Video Ads, also Videoanzeigen. Der französische Konzern verweist zwar auch auf die Apotheke als Vertriebsweg; die Kundin oder der Kunde kann die Kosmetik aber auch direkt in den Warenkorb legen. Tatsächlich bietet der Hersteller einen eigenen Markenshop bei Amazon an, der Vertrieb läuft also sowohl über den US-Giganten als auch über Apotheken, die den Marktplatz nutzen.

Auch weitere Hersteller aus dem Pharmabereich nutzen die Videoanzeigen bei Amazon. Regaine von Kenvue etwa wird mit einem längeren Spot beworben, genau wie Eubos oder Nahrungsergänzungsmittel von Dr. Böhm. Bei manchen Produkten wird ein QR-Code dazu gezeigt, bei anderen kommt der Verweis auf die Apotheke. „Die Hersteller gehen verstärkt in diesen Bereich“, sagt Fabian Kaske von der Unternehmensberatung Kaske Group.

Streaming-Werbung bei Amazon boomt

Im vergangenen Jahr seien Testkampagnen gelaufen, in diesem Jahr schalte jeder größere Pharmahersteller auch Anzeigen beim Amazon-Streaming. „Jeder, der TV gemacht hat, investiert jetzt auch – oder nur noch – in Prime Streaming.“ Amazon sei als Streaminganbieter führend in der Pharmawerbung. Netflix spiele dabei nur eine untergeordnete Rolle.

Der Vorteil für die Hersteller sei eine starke Messbarkeit und ein deutlich höherer „Return of Invest“ als etwa im TV. Ganz außen vor sei die stationäre Apotheke zwar nicht. Aber der Hauptanteil der Verkäufe laufe über Amazon. Eine weitere Gruppe seien Verkäufer ohne Apothekenhintergrund sowie die rund 1000 Apotheken, die Produkte über den Marktplatz anbieten. Mit medizinischer Kosmetik, die anders als OTC-Präparate direkt von Amazon verkauft werden darf, wurden über Amazon im vergangenen Jahr rund 639 Millionen Euro umgesetzt. „Der Vorteil ist: Man hat einen Prime-Account, kauft sowieso online und der Kundenservice ist exzellent.“ Das seien alles Faktoren, die deutsche Verbraucher gelernt hätten und die für sie auch im Apothekenbereich relevant würden.

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