Nicht nur Landärztinnen und -ärzte sollen mit einem Förderprogramm in die Fläche geholt werden. In Mecklenburg-Vorpommern schrieb die Regierung erstmals auch eine Landapothekerquote aus. Sieben Pharmazie-Studienplätze sollten vergeben werden. Doch das Interesse ging gleich Null. Keine gültige Bewerbung wurde eingereicht. Für angehende Medizinerinnen und Mediziner gab es dagegen deutlich mehr Bewerbungen als Plätze.
Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) warb noch im April für das Förderprojekt des Landes. „Noch bis 25. April könnt Ihr euch auf das Landärzte/Landapotheker Studium bewerben“, veröffentlichte sie über Instagram. „Ohne Einser-Abi“, hieß es weiter. Erstmals wurden sieben Plätze für angehende Pharmazeutinnen und Pharmazeuten ausgeschrieben.
Doch es gingen keine gültigen Bewerbungen ein, wie APOTHEKE ADHOC aus Kreisen erfuhr. „Bei den Apothekern müssen wir nächstes Jahr mehr Werbung machen – hat wohl noch keiner so richtig mitbekommen.“ Der Studiengang Pharmazie wird ausschließlich in Greifswald angeboten, während das Studium der Medizin oder Zahnmedizin entweder in Rostock oder in Greifswald begonnen werden kann.
Das Landarztprogramm war dagegen erneut ein Erfolg. Insgesamt habe es 67 Bewerbungen auf 42 Plätze gegeben. Auch die acht Plätze für Zahnmedizin seien nachgefragt worden. „Die zukünftige Landzahnärzte haben ihre Chance genutzt und sich beworben.“
Für angehende Medizinerinnen und Mediziner stünden zudem neben der Ausrichtung auf Haus- und Kinderärztinnen sowie -ärzte je nach regionalem Versorgungsbedarf auch weitere Facharztrichtungen offen. Bei erfolgreicher Bewerbung könnten die angehenden Ärztinnen und Ärzte dann ihr Studium zum Wintersemester 2026/27 aufnehmen.
Interessierte mit einem Abiturschnitt von 2,0 oder schlechter haben bei dem Programm Chancen auf einen Studienplatz, wenn sie sich nach Studium und Facharztweiterbildung verpflichten, mindestens zehn Jahre in unterversorgten Regionen Mecklenburg-Vorpommerns tätig zu sein. Sonst fallen Vertragsstrafen an. Ganz besonders betrifft dies laut Regierungsangaben Regionen, die als „drohend unterversorgt“ oder „unterversorgt“ eingestuft werden. Das bedeutet, es gibt auf die Einwohnerzahl eines Gebietes gerechnet nicht genug medizinisches Personal, um das betroffene Gebiet angemessen zu versorgen. Der Abiturschnitt spielt bei der Landarztquote nur eine untergeordnete Rolle – Berufserfahrung, ehrenamtliches Engagement und persönliche Eignung werden ebenfalls berücksichtigt. Dass neben Medizinstudienplätzen dieses Jahr auch erstmals Plätze in Pharmazie und Zahnmedizin vergeben werden sollten, freute Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD): „Damit wird das bisherige Landarztgesetz um eine neue und bundesweit einzigartige Weise erweitert.“