Trotz vergleichsweise geringer Fallzahlen sind in der aktuellen Grippe-Saison in Deutschland so viele Menschen an Influenza gestorben wie nie zuvor. Mehr als 2100 Todesfälle wurden deutschlandweit verzeichnet.
Laut dem Robert Koch-Institut (RKI) ist die akute Grippewelle der Saison 2025/2026 in Deutschland seit Anfang März vorbei. Insgesamt hielt die Influenzawelle 15 Wochen an. Trauriges Fazit: Es wurden 2113 Todesfälle durch die Grippe gemeldet. Die Verstorbenen waren zu 96 Prozent 60 Jahre oder älter.
Trotz vergleichsweise geringer Fallzahlen sind in der aktuellen Saison somit so viele Menschen an Grippe gestorben wie nie zuvor. Allein in Sachsen wurde besipielsweise bei 258 Patienten Influenza als Todesursache nachgewiesen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Damit ist der bisherige Höchststand von 202 Todesfällen aus der Vorsaison übertroffen.
In dieser Saison war vor allem der Typ A(H3N2) verbreitet und wird auch als Subklade K bezeichnet. Diese machte bisher 69 Prozent aller getesteten Viren der jetzigen Grippewelle aus.
Ein Grund für den Anstieg der Influenza-Todesfälle könnte laut Ministerium sein, dass durch leichtere und bessere Verfügbarkeit von Tests mehr Fälle entdeckt wurden. Zudem gilt die sinkende Impfquote besonders bei Kontaktpersonen vulnerabler Menschen als Ursache. Das Virus selbst war den Angaben nach in dieser Saison kein Grund für schwerere Krankheitsverläufe. Die zirkulierenden Virustypen hatten keine erhöhte Virulenz – waren also nicht fähiger, schwere Infektionen hervorzurufen, als in den Vorjahren.
„Die Influenza-Saison 2025/2026 mit der hohen Zahl gemeldeter Todesfälle unterstreicht erneut, dass die Influenza keine harmlose Erkrankung ist und man sich und damit auch Andere durch eine Impfung schützen sollte“, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) laut Mitteilung.
Sowohl die Durchimmunisierungsraten als auch die Anzahl der Influenza-Impfungen sei in Sachsen in den letzten Jahren jedoch stetig gesunken. Dafür könne es verschiedene Gründe geben – vom simplen Versäumnis bis hin zur generellen Impfskepsis. Köpping empfahl, sich bei einem Hausarzt beraten zu lassen.
APOTHEKE ADHOC Debatte