Kaufland macht sich weiter im Apothekenmarkt breit. Die zur Schwarz-Gruppe gehörende Supermarktkette kooperiert mit mehreren Apotheken. Insgesamt wurden bereits an elf Standorten E-Rezept-Terminals aufgestellt. Das Ziel: Der Konzern will verstehen, wie Kundinnen und Kunden das Angebot, Arzneimittel beim Lebensmitteleinkauf zu bestellen, annehmen.
In Baden-Württemberg testet Kaufland mit Apotheker Andreas Bühler an fünf Standorten den Einsatz von E-Rezept-Bestellterminals. Der Konzern ist auch in weiteren Städten im pharmazeutischen Bereich aktiv. Auch in Cuxhaven, Heilbronn, Mühlhausen, Worms, Sinzig und Zeitz stünden Geräte. Regionale Apotheker seien Betreiber der individualisierten BetterApo-, Mauve- oder Pharma-Point-Geräte, sagt ein Sprecher. Für den Kaufland-Standort in Cuxhaven etwa warb die Leben-Apotheke: „Warum auf Online-Apotheken warten, wenn es auch schneller, persönlicher und direkt vor Ort geht?“ Beim Terminal im Markt ist ein rotes Apotheken-A aufgehängt.
Der Einstieg in die Telepharmazie war nach dem Rollout von Arztkabinen der nächste Schritt, im Gesundheitsbereich Fuß zu fassen. „Wo immer möglich, versucht Kaufland seinen Kunden neben dem eigenen Filial-Sortiment auch zusätzliche Fachgeschäfte wie Apotheken anzubieten.“ Wenn keine Fläche für eine Kaufland-Apotheke möglich sei, kommen die Terminals ins Spiel. „An ausgewählten Standorten können Kunden ihren Einkauf so mit einer digitalen Medikamenten-Bestellung verbinden. Ganz einfach an einem Terminal vor Ort direkt im Eingangsbereich.“
Angeboten werde die Einlösung von E-Rezepten sowie die Bestellung von freiverkäuflichen Arzneimitteln, die sofort bezahlt werden könnten. „Außerdem besteht die Möglichkeit, Arzneipackungen einzuscannen, um zu prüfen, ob sie vorrätig sind.“ Kaufland sei Vermieter der Fläche, das Gerät ist digital mit der jeweiligen Apotheke verbunden. Dort kann die Bestellung anschließend abgeholt oder innerhalb der Region per Botendienst geliefert werden. Bei den MediCheck-Modellen der Apotheke von Bühler wird die Bestellung ab einem Wert von 10 Euro beziehungsweise der Einlösung eines Rezepts kostenfrei per DHL nach Hause geliefert.
„Wir sehen in dem Thema medizinische Versorgung auf unseren Vermietungsflächen großes Potenzial und sind überzeugt, dass dieses Konzept sehr vielversprechend und zukunftsfähig ist“, sagt René Wolf, Leiter Vermietung bei Kaufland. „Denn wir wollen das Thema Gesundheitsversorgung dorthin bringen, wo die Menschen sind. Mit den Pilotprojekten sammeln wir derzeit Erfahrungen, um zu verstehen, wie unsere Kunden das Angebot annehmen und wie sich das Modell im Alltag bewährt. Die Ergebnisse dieses Praxistests werden uns zeigen, ob und unter welchen Bedingungen eine Ausweitung des Konzepts auf weitere Standorte sinnvoll ist.“