Gerade einmal 100.000 E-Rezepte wurden im März in der Schweiz ausgestellt. Ärzte und Apotheker sowie weitere Gesundheitsakteure wollen nun mehr Tempo erreichen. Das Konzept „E-Rezept Schweiz“ soll landesweit ausgerollt werden.
Grundlage für die ärztliche Verschreibung und Einlösung digitaler Rezepte in allen Abgabestellen soll das „E-Rezept Schweiz“ werden, eine Lösung des Berufsverbands Schweizer Ärztinnen und Ärzte (FMH), des Schweizerischen Apothekerverbands PharmaSuisse sowie des Softwareanbieters Health Info Net (HIN). Die digitale Lösung soll bereits vor Erlass einer gesetzlichen Verpflichtung flächendeckend eingeführt werden.
Bei einem vom Pharmahändler Galenica initiierten Roundtable wurden konkrete Schritte zur Förderung der Nutzung und Integration des E-Rezepts in die Versorgungsprozesse diskutiert. Dabei herrschte Einigkeit, dass die Etablierung des E-Rezepts nur durch koordinierte Zusammenarbeit, gemeinsame Umsetzung und eine konsequente Integration in die Primärsysteme von Ärztinnen, Ärzten, Spitälern und Apotheken erreicht werden kann.
Das „E-Rezept Schweiz“ soll die heute noch heterogene Rezeptlandschaft vereinheitlichen und den digitalen Austausch zwischen allen Beteiligten im Gesundheitswesen sicher, effizient und medienbruchfrei gestalten. Die Lösung erfüllt nach Betreiberangaben sämtliche regulatorischen Anforderungen und ermöglicht die digitale Signatur sowie die Weiterverarbeitung durch strukturierte Rezeptdaten.
Bereits heute ist das E-Rezept Schweiz in den führenden Praxis-, Spital- und Apothekensystemen implementiert und kann in einem Großteil der Apotheken digital eingelöst werden. 2025 wurden mehr als 470.000 E-Rezepte ausgestellt, was allerdings nur einem Bruchteil aller Verordnungen entspricht.
Die Gesundheitsakteure haben sich verpflichtet, die technische Integration gezielt voranzutreiben. Parallel dazu sollen die digitalen Abläufe vereinfacht und die Nutzung für Apotheken sowie Ärztinnen und Ärzte und so gestaltet werden, dass sie im Alltag einen Effizienzgewinn bringt. Darüber hinaus setzen sich die Beteiligten für eine engere Koordination ein, um Schnittstellen zu harmonisieren und Doppelstrukturen zu vermeiden.
Zu den Unterstützern gehören neben FMH, PharmaSuisse, HIN und Galenica außerdem die Telemedizin-Anbieter Medgate und Medi24, der Vergleichsportal Swica, der Großhändler Phoenix, die Klinikkette Hirslanden, der Ausstatter Axon Lab sowie der zu Redcare gehörende Rx-Versender Mediservice.
Das „E-Rezept Schweiz“ soll ein zentraler Baustein auf dem Weg zur E-Medikation werden, indem es bestehende Lösungen wie den E-Mediplan ergänzt und die Grundlage für einen durchgängigen digitalen Medikationsprozess schafft. Die Branchenvertreter bekennen sich dazu, diesen Schritt proaktiv als gemeinsames Digitalisierungsprojekt zu realisieren.
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