Heilpflanzenporträt

Fresh-up: Schöllkraut Eva Bahn, 17.09.2018 11:17 Uhr

Berlin - Aufgrund der neuen Warnhinweise bei Iberogast reden alle über Schöllkraut. Doch was ist das eigentlich für eine Pflanze, die zurzeit dafür sorgt, dass Bayer beinahe genauso schlechte Schlagzeilen erntet wie nach dem Kauf von Monsanto? Und ist Schöllkraut wirklich so gefährlich für die Leber? Ein Überblick.

Die mehrjährige krautige Pflanze Chelidonium majus gehört zur Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Das stickstoffliebende Schöllkraut wächst oft an Straßenrändern und Häuserwänden, in Mauerspalten und auf Schuttplätzen. Der gelbe ätzende Milchsaft enthält verschiedene Alkaloide, deren Konzentration im Herbst besonders hoch ist.

Diese Isochinolinalkaloide sind der Grund für ihre Verwendung als Heilpflanze, aber auch für ihre Giftigkeit. In der Homöopathie wird Schöllkraut unter anderem für die Therapie verschiedener Augenleiden genutzt. Für diese Verwendung im Altertum deuten die Volksnamen Augenklar oder Ogenwurz hin. Der berühmte römische Pharmakologe und Verfasser der „Materia medica”, Pedanios Diaskurides, berichtete, dass Schwalben die noch verklebten Augenlider ihrer gerade geschlüpften Jungen mit dem Milchsaft betropfen, wodurch sich die Augen öffnen können. So erhielt das Schöllkraut vermutlich seinen Namen, der wohl vom römischen „Chelidon” der Schwalbe hergeleitet wird.

Bekannter ist das Schöllkraut, das im Mittelalter auch als Feigwarzenkraut bezeichnet wurde, für seine Verwendung als traditionelles Warzenmittel. Die Alkaloide aus dem Milchsaft wirken toxisch auf Bakterien, Pilze und Viren. Der Saft soll regelmäßig direkt auf die Warze aufgestrichen werden, kann aber auf gesunder Haut auch Hautreizungen verursachen. Bei „echten” Warzen, die durch Viren hervorgerufen werden, kann diese Art der Behandlung tatsächlich auch Erfolge zeigen. Stielwarzen, die nicht auf eine virale Infektion zurückzuführen sind, zeigen sich dagegen resistent auf den Einsatz des orange-grünen Milchsafts.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte

Weiteres
Markt

Apothekenkooperationen

Gesund leben feiert im Camper»

Grundsteinlegung in Densborn

CC Pharma baut für 2,5 Millionen Euro»

Versandapotheken

Aponeo streicht Vorzugsbehandlung»
Politik

Bürgerschaftswahl

CDU könnte SPD in Bremen überholen»

Europawahl

Grüne holen Platz 2, Einbruch bei CDU und SPD»

WIRKSTOFF.A

Streitthema Impfung: Spahn und die Apotheker»
Internationales

PGEU

EU-Apothekerverband fordert Honorar für Engpässe»

CVS-Projekt

Von Yogakurs bis Rollstuhl: Apotheken werden „HealthHubs“»

Protestaktion

Basel: Der Sarg vor der Apotheke»
Pharmazie

Spinale Muskelatrophie

Novartis: Gentherapie für zwei Millionen Dollar»

Shingrix-Mangel

Handlungsempfehlung der STIKO»

Notfallmedikation

Warum fehlen Fastjekt & Co?»
Panorama
Alchemilla und die Sparer»

Apotheke Einswarden

Arzt und Apotheker: Eine Ampel für die Patientensicherheit»

Apothekerprojekt in Berlin

Mit „Phascha“ gegen den Nachwuchsmangel»
Apothekenpraxis

Bericht Saarbrücker Zeitung

Apotheker-Clan: Steuerbetrug in Millionenhöhe?»

ApoRetrO – der satirische Wochenrückblick

Retax-Love – eine unmögliche Liebesbeziehung»

Kollegen berichten

Es geschah im Notdienst»
PTA Live

Stellenanzeigen

Antrittsbonus und „Nase voll von Center-Apotheke“»

Fortbildung

Zum Rezeptur-Workshop auf die PTA-Schulbank»

LABOR-Download

AMK-Rückrufe: 17.05 - 23.05.2019»
Erkältungs-Tipps

Husten durch Schnupfen?

Post-nasal-drip-Syndrom»

Nasennebenhöhlenentzündungen

Sinusitis: Wenn die Nase dicht macht»

Fünf Tipps

Ohrentropfen richtig anwenden »
Magen-Darm & Co.

Darmflora

Kolibakterien: Helfer und Krankheitserreger»

Darmflora

Mythos: Leaky-gut-Syndrom»

Schleimhautschädigung

Magengeschwür: Bohrender Schmerzbringer»
Kinderwunsch & Stillzeit

Allergie

Heuschnupfenmittel in der Schwangerschaft»

Wie Kate Middleton

Der Schwangerschaftsübelkeit trotzen»

Supplemente bei Kinderwunsch

Folsäure: Wieso, weshalb, warum?»