Geschäftsklima: Apotheker erwarten düstere Zeiten

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Berlin -

Ist die Talsohle durchschritten oder steht das Schlimmste noch bevor? Mit Blick auf eine gesamtwirtschaftlich drohende Rezession ist die Stimmungslage auch in den Apotheken gedrückt. Das zeigen Zahlen des aktuellen Apotheken Geschäftsklima Index (AGI). Die Ergebnisse diskutieren APOTHEKE ADHOC-Herausgeber Thomas Bellartz und Chefredakteur Alexander Müller im Podcast WIRKSTOFF.A. Die Charts zur Studie finden Sie in der Mediathek.

Für den Apotheken Geschäftsklima Index (AGI) befragt das Marktforschungspanel aposcope seit Juni monatlich mindestens 100 verifizierte Apothekeninhaber zur aktuellen konjunkturellen Lage ihrer Apotheke(n) sowie zu ihren Geschäftserwartungen für die nächsten drei Monate. Der Index setzt sich aus mehreren Parametern zusammen und soll im Zeitverlauf die Stimmungslage in Apotheken abbilden. Der jetzt erhobene Wert für Juli weist einen Wert von -7,9 auf – und damit eine Verschlechterung im Vergleich zum Juni-AGI (-5,4).

Wenig optimistisch stimmt der Blick in die Zukunft: 29 Prozent erwarten eine Verschlechterung der Geschäftslage in den nächsten drei Monaten. Und weitere 60 Prozent gehen davon aus, dass die Situation in etwa gleich bleiben wird. Auf der anderen Seite gehen nur 8,8 Prozent von einer Verbesserung aus. Für den Pessimismus hat Bellartz in gewisser Weise Verständnis. Trotz der Stabilisierung in den vergangenen Monaten sei man noch weit entfernt vom Niveau vor der Corona-Krise. „Die skeptische Erwartungshaltung ist genau richtig, kann aber auch dazu führen, dass sich Apothekenleiterinnen und Apothekenleiter jetzt fragen: Was kann ich tun?“ Die Inhaber könnten in Marketing investieren, das Sortiment hinterfragen, und vielleicht auf Bereiche setzen, denen bisher zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wurde, mit denen sich aber Geld verdienen lässt.

Auslöser der insgesamt gedrückten Stimmung ist sicherlich die geringe Nachfrage: 39 Prozent der Befragten bezeichnen die Situation als schlecht, 42 Prozent als befriedigend. Nur 19 Prozent der Inhaber sehen derzeit eine gute Nachfrage. Das spiegelt sich im Warenlager wider: Bei 48 Prozent der Apotheken sind die Bestände laut der aposcope-Befragung derzeit zu groß.

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