Apothekenteams fürchten langen Corona-Winter

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Berlin - Mit Beginn der zweiten Welle steigt auch in den Apotheken die Sorge, dass es zu einem massiven Anstieg der Infektionszahlen in Deutschland kommen wird. Einerseits gibt es die Angst, dass man sich selbst im Umgang mit den Kunden anstecken könnte. Andererseits richten sich die Apothekenteams auf anstrengende Wochen und Monate ein, wie eine Umfrage von aposcope ergeben hat. Die Schutzmaßnahmen werden bereits wieder hochgefahren.

In den Apotheken macht man sich keine Illusionen, dass das Infektionsgeschehen noch in den Griff zu bekommen ist: Neun von zehn Befragten gehen davon aus, dass die Zahl der täglichen Neuinfektionen ihren Höhepunkt noch nicht erreicht hat, und rechnen damit, dass sich das Coronavirus in den nächsten Wochen weiter massiv ausbreiten wird. Im Mai hatte dieser Wert noch bei 50 Prozent gelegen und ist seitdem stark angestiegen. Jeder Zweite hat Angst, dass auch in Deutschland viele Menschen an dem Coronavirus sterben werden. Dass die normale Grippe gefährlicher ist, glaubt nur jeder dritte Befragte.

Sich selbst beim Umgang mit den Kunden mit Covid-19 zu infizieren, fürchten 48 Prozent der befragten PTA und Apotheker – auch dies ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu früheren Umfragen. Genauso viele treibt umgekehrt die Sorge um, dass sie das Coronavirus unwissentlich an ihre Kollegen übertragen könnten (51 Prozent). Dennoch würden sich nur zwei von drei Inhabern, jeder zweite angestellte Approbierte und jede dritte PTA gegen Corona impfen lassen.

Viele Apotheken setzen auf Schutzmaßnahmen in der Apotheke:

  • Plexiglas am HV-Tisch: 98 Prozent
  • Botendienst für ältere Kunden: 89 Prozent
  • Aufsteller vor der Apotheke mit Verhaltenshinweisen: 85 Prozent
  • begrenzte Anzahl von Kunden in der Apotheken: 83 Prozent
  • Desinfektionsspender: 82 Prozent
  • Bodenmarkierungen als Abstandshalter: 79 Prozent
  • Arbeiten mit Mund-Nase-Schutz: 64 Prozent
  • Boden-Markierungen, um die Kundenströme zu lenken: 60 Prozent
  • Kein Blutdruckmessen, Anpassen von Kompressionsstrümpfen etc.: 47 Prozent
  • Herstellung von Desinfektionsmitteln als Rezeptur in größerem Umfang: 33 Prozent
  • gefährdete Kollegen nicht im HV: 23 Prozent
  • Arbeiten in getrennten Teams/Schichten: 7 Prozent – hier sind es vor allem die Apotheken in Risikogebieten, die diese Maßnahme wieder eingeführt haben (10 vs. 4 Prozent)
  • Filtergerät/Luftreiniger: 10 Prozent

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