Für immer hinter Plexiglas? | APOTHEKE ADHOC
Schutzmaßnahmen in Apotheken

Für immer hinter Plexiglas?

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Berlin -

Plexiglas auf dem HV-Tisch ist der neue Standard in Apotheken: Laut einer aposcope-Befragung haben 95 Prozent der Betriebe diese Schutzmaßnahme ergriffen. Und die Teams haben sich nicht nur daran gewöhnt, sondern sind sogar überzeugt. Sechs von zehn gaben an, dass sie die Plexiglasscheiben vermutlich auch nach der Corona-Krise beibehalten werden. Andere Sicherheitsmaßnahmen wurden dagegen schon wieder abgeschafft.

Von den 307 befragten Apothekeninhabern, angestellten Pharmazeuten und PTA gaben 29 Prozent an, dass sie die Plexiglasscheiben „sehr wahrscheinlich“ auch nach der Corona-Krise behalten werden. Weitere 31 Prozent halten das für „eher wahrscheinlich“.

Keine andere Maßnahme wurde so flächendeckend umgesetzt und so konsequent beibehalten wie die Plexiglasscheiben. Zwei Drittel der Teams (66 Prozent) arbeiten noch immer mit Mund-Nasen-Schutz, doch 10 Prozent haben diese Maßnahme inzwischen wieder abgeschafft. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei der Begrenzung der Kundenzahl in der Offizin: 80 Prozent behalten dies vorerst bei, 9 Prozent haben heute keine solche Beschränkung mehr. Mehr Details zur Umsetzung anderer Maßnahmen gehen aus den Charts hervor.

Seit dieser Woche ist die Corona-Warn-App der Bundesregierung online. In den ersten 24 Stunden wurde sie 6,4 Millionen Mal heruntergeladen. Die Resonanz ist vorzeigbar, aber es gibt eben auch noch viele Skeptiker. Das ist in den Apotheken nicht anders. Jeder zweite Teilnehmer gab an, die App nutzen zu wollen, 42 Prozent sind dagegen. 8,5 Prozent haben keine Aussage getroffen oder angegeben, kein Smartphone zu besitzen. Rund jeder dritte Befragte (32 Prozent) ist so überzeugt von der App, dass er die Nutzung sogar den Kunden in der Apotheke empfehlen wird.

Mit Hochdruck wird an einem Corona-Impfstoff geforscht. Abda-Präsident Friedemann Schmidt setzt sich dafür ein, dass auch in Apotheken geimpft werden darf, wenn es so weit ist. Laut aposcope-Umfrage befürwortet aber nur ein Drittel (34 Prozent) der Teilnehmer eine Beteiligung der Apotheken, 60 Prozent lehnen dies ab. Bezogen auf die „normale“ Grippeschutzimpfung ist das Verhältnis ebenso (32 zu 62 Prozent).

Um den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu begegnen, hat die Bundesregierung ein umfangreiches Konjunkturpaket beschlossen. Kernstück ist die zeitlich befristete Mehrwertsteuersenkung von 19 auf 16 Prozent. Befürchtet wird allerdings, dass davon wenig bei den Verbrauchern ankommt, weil die Händler ihre Preise erhöhen.

Für Apotheken gilt das zwar nur im OTC- und Freiwahlbereich, tatsächlich gaben aber nur 29 Prozent der Inhaber an, dass sie die Absenkung 1:1 an die Kunden weitergeben werden. Die Hälfte will zumindest einen Teil der „Marge“ einbehalten, eine Minderheit von 8 Prozent sogar die Verkaufspreise entsprechend der Absenkung erhöhen und die Mehreinnahmen für Investitionen nutzen.

An der aposcope-Umfrage nahmen am 17. Juni 307 Apotheker und PTA teil. Die Umfrage ist repräsentativ für die deutsche Apothekenlandschaft.

 

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