Wumms-Paket: Wer zieht die OTC-Preise an?

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Berlin - Die Mehrwertsteuer sinkt im Juli – bis Ende des Jahres will die Regierung vor allem mit dieser Maßnahme die Konjunktur ankurbeln. Doch wie reagieren die Apotheken darauf: Sinken die Preise für freiverkäufliche Arzneimittel oder wird die Steuersenkung durch Preiserhöhungen abgeschöpft? Antworten auf diese und anderen Fragen rund um das Konjunkturpaket liefert die brandaktuelle aposcope-Umfrage.

Auch wenn eine deutliche Mehrheit der Befragten die Mehrwertsteuersenkung begrüßt (85 Prozent), wird diese aus Sicht der meisten ihren eigentlichen Zweck – Kaufanreize setzen – nur begrenzt erfüllen können. Nur knapp jeder Dritte (31 Prozent) glaubt, dass von der Steuersenkung hautsächlich die Verbraucher profitieren werden.

Die Befragten vermuten also mehrheitlich, dass ein Teil der Steuerersparnisse schon vorher abgeschöpft wird. So gehen 23 Prozent davon aus, dass die Hersteller zu den Gewinnern zählen. Dies könnte etwa in Form versteckter Preiserhöhungen geschehen, die bei gesenkter Mehrwertsteuer nicht so auffallen. Tatsächlich erwarten 79 Prozent, dass die Hersteller genau das tun werden.

Größte Profiteure werden aus Sicht der Teilnehmer (43 Prozent) aber die Händler sein. Zwei Drittel befürchten, dass vor allem der Onlinehandel mit seiner preissensitiven Klientel von der Mehrwertsteuersenkung profitieren wird. Für die Apotheken spielt die Mehrwertsteuersenkung aus Sicht der Mehrheit der Befragten keine besonders große Rolle (60 Prozent). Tatsächlich ist die Umsatzsteuer beim gesamten Rezeptumsatz ohnehin ein durchlaufender Posten.

Doch im OTC- und Freiwahlsegment könnten die Apotheken selbst die Preise anziehen. Zwar gaben 40 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Inhaber an, dass sie die Mehrwertsteuersenkung 1:1 an ihre Kunden weitergeben werden, die Mehrheit plant aber demnach anders. 36 Prozent wollen einen Teil der Einsparung abschöpfen und weitere 8 Prozent werden die Verkaufspreise sogar entsprechend erhöhen und die Mehreinnahmen für Investitionen nutzen. 16 Prozent wissen noch nicht, wie sich verhalten.

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