Alte Apotheke: „Verwaltung war überfordert“

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Berlin -

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Pfusch-Apotheker Peter S. haben heute zwei Mitarbeiterinnen der Alten Apotheke ausgesagt. Sie gaben Einsicht in die Abläufe der Buchhaltung.

Laut Apothekenmitarbeiterin Birgit K. war die Verwaltung überfordert. Die Apotheke sei schnell gewachsen und die Buchhaltung hätte das Wachstum nicht bewältigen können. So habe es immer ein Missverhältnis zwischen dem tatsächlichen und dem verbuchten Warenbestand gegeben. Bei der ersten Inventur sei es „drunter und drüber“ gegangenen, berichtete K. laut dem Recherchekollektiv Correctiv. Daraufhin sei eine zweite Inventur angesetzt worden, bei der K. aber nicht anwesend war.

Immer wieder sei es zu Konflikten zwischen S. und seiner Mutter gekommen, die die Mitarbeiterin als „Herrscherin des Kellers“ bezeichnet. Dort habe die Mutter den Wareneingang kontrolliert und eine ordnungsgemäße Verbuchung gestört. Sie habe ein enges Verhältnis zum Steuerberater gehabt und vermutlich die wirtschaftliche Situation der Apotheke gekannt. Wenn S. fit war, habe er sich gegen seine Mutter durchsetzen können, bei Kopfschmerzen habe er nachgegeben, berichtet die Mitarbeiterin.

Arztpraxen hätten bei Bestellungen hohe Rabatte erhalten oder gar nicht gezahlt. S. habe die Weihnachtsfeier der Praxis bezahlt, in der K. früher gearbeitet hat. Bei den Ärzten habe sie 3500 Euro brutto verdient, in der Alten Apotheke 5500. K. soll ein enges Verhältnis zu S. gehabt haben. Der Chef habe ihr und ihrem Freund eine Kreuzfahrt geschenkt, berichtet K. Da ihr das teure Geschenk unangenehm gewesen sei, habe sie S. gebeten, mit ihnen auf die Kreuzfahrt zu kommen.

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