Gutachten: Peter S. hat „schwere Hirnschädigung“

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Berlin -

Der Gesundheitszustand von Peter S. war heute Thema vor Gericht. Die Verteidigung beantragte, einen Professor der Ruhr Uni Bochum als Zeugen zu hören, der S. zwei Mal in Haft besucht und ein Gutachten erstellt hat. Er soll zur „schweren Hirnschädigung in Folge eines Schädel-Hirn-Traumas“ des Apothekers aussagen.

Dem Gutachten zufolge zeige S. „gravierende neurologische Auffälligkeiten“. Bei der Bearbeitung von Testaufgaben habe er nach kürzester Zeit einen deutlichen Leistungsabfall gezeigt. Ein „hirnorganisches Psychosyndrom“ führe zu einer „Störung des entscheidungsbezogenen Denkens“, zitiert Correctiv die Verteidigung. Das könne zu „unbewussten Fehlleistungen unter Stress“ führen. Solche Fehlleistungen seien für den Angeklagten selbst nicht erkennbar. Vorsätzliches Handeln sei darum möglicherweise nicht möglich. Außerdem sei eine erhebliche Verminderung der Steuerungsfähigkeit des Angeklagten denkbar.

Das Gutachten will die Verteidigung weder im Gerichtssaal vor der Öffentlichkeit verlesen, noch der Nebenklage zur Verfügung stellen. Über den Umgang mit dem Gutachten wird das Gericht erst zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden.

Im Prozess haben bereits mehrere Zeugen ausgesagt, S. habe das Labor in Straßenkleidung betreten. Dazu nahm die Verteidigung nun ebenfalls Stellung. Die Beweisaufnahme habe keine überdurchschnittliche Zahl von Blutvergiftungen bei Patienten ergeben. Zudem gebe es in der Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) keine konkrete Vorschrift zur Schutzkleidung. Es sei deshalb vollständig unklar, was eine Schutzkleidung laut Norm genau darstelle. Prüfberichte einer Laborbetriebsgesellschaft aus den Jahren 2012 bis 2015 sollen laut Verteidigung beweisen, dass die Werkbänke in der Alten Apotheke nicht kontaminiert waren.

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