Pfusch-Prozess

Peter S. verhielt sich unauffällig

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Berlin -

Whistleblower Martin Porwoll und seine Schwester Teresa K. haben vor dem Landgericht Essen über das Verhalten des mutmaßlichen Pfusch-Apothekers Peter S. ausgesagt.

Es ist bereits das zweite Mal, dass K. in dem Prozess vernommen wird. Sie war Mitarbeiterin in der Alten Apotheke und kennt S. schon seit seiner Kindheit. Damals habe sie auf ihn aufgepasst, berichtet Correctiv aus dem Gerichtssaal. S. sei hilfsbereit gewesen, in den letzten Jahren aber immer „stressiger“ geworden. Vergesslichkeit oder Fahrigkeit habe sie nicht bemerkt.

Porwoll hatte ebenfalls schon einmal in dem Prozess ausgesagt. Er berichtet, S. habe Probleme mit dem Geruchs- und Geschmackssinn gehabt, sich jedoch nicht auffällig verhalten. Er habe S. weder als reizbar noch als egozentrisch empfunden. Beide seien in der Zeit sehr gestresst gewesen, da sie wichtige Projekte umgesetzt hätten, ihm sei jedoch nichts Ungewöhnliches an S. aufgefallen.

Der Apotheker Hubertus A. erzählte dem Richter ebenfalls von S. Problemen mit dem Geruchs- und Geschmackssinn. Er habe S. nach seinem Unfall im Krankenhaus besucht und von den Eltern erfahren, dass er einen Schädelbasisbruch erlitten hätte und eine Notoperation gehabt habe. Die beiden Apotheker hatten gemeinsam ein Unternehmen gegründet, AKP Plus, einen Dienstleister für ambulante Pflege. Die 25 Prozent Anteile von S. habe man nach dessen Inhaftierung für 600.000 Euro zurückgekauft.

Die Verteidigung von S. argumentiert, der Apotheker habe ein „hirnorganisches Psychosyndrom“, das zu einer „Störung des entscheidungsbezogenen Denkens“ führe. Dies könne „unbewusste Fehlleistungen unter Stress“ verursachen, die für den Angeklagten selbst nicht erkennbar seien. Vorsätzliches Handeln sei darum möglicherweise nicht möglich. Außerdem sei eine erhebliche Verminderung der Steuerungsfähigkeit des Angeklagten denkbar.

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