Alte Apotheke: Keine Hinweise auf Schwarzmarkt

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Berlin -

Bisher gibt es keine Anhaltspunkte, dass der mutmaßliche Pfusch-Apotheker Peter S. Medikamente über den Schwarzmarkt bezogen hat, resümierte Richter Johannes Hidding am 27. Prozesstag.

Die Anwälte des Angeklagten Peter S. hatten argumentiert, der Apotheker habe Medikamente aus dem Kofferraum eines Pharmavertreters gekauft. Offenbar will die Verteidigung so die Differenzen zwischen der Menge an eingekauften und ausgegebenen Zytostatika erklären. Pharmavertreter Wilfried H. und sein mittlerweile Ex-Arbeitgeber Hexal dementierten diese Behauptung. Das Gericht lehnte am Freitag die Vernehmung des Hexal-Rechtsanwaltes ab, wie Correctiv aus dem Gerichtssaal berichtet.

Die Nebenklage lehnt den Pharmakologen Professor Dr. Fritz Sörgel als Sachverständigen der Verteidigung ab, weil er vor Gericht die Unwahrheit gesagt habe. Anwalt Andreas Schulz verwies auf einen Facebook-Post Sörgels, in dem der Pharmakologe schrieb, das Rechercheportal Correctiv habe ihm eine Thalidomid-Tablette zur Verfügung gestellt. Vor Gericht hatte Sörgel zuvor verneint, Kontakt zu Journalisten zu haben.

Weiter schrieb Sörgel in dem Posting: „Und welches System erlaubt es, dass so etwas passieren kann.“ Dadurch relativiert der Pharmakologe nach Ansicht der Nebenklage die individuelle Schuld des Angeklagten. Insgesamt ergebe sich die Besorgnis der Befangenheit. Das Gericht wird nach Sörgels Stellungnahme über das Ablehnungsgesuch entscheiden.

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