Hexal widerspricht Pfusch-Apotheker

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Berlin -

Am zweiten Tag des Pfusch-Prozesses ging die Verteidigung in die Offensive und attackierte Ermittler und Medien. Doch eine Argumentationslinie geriet direkt ins Wanken: Dass Peter S. beim Hexal-Vertreter Medikamente aus dem Kofferraum gekauft hat, wies der Hersteller jedenfalls prompt zurück.

Die Anwälte von S. zweifeln nicht nur die Analyse der sichergestellten Proben an, in denen laut Anklage wenig oder keine Wirkstoffe nachgewiesen wurden. Auch der Abgleich von Einkaufs- und Abrechnungslisten sei nicht stichhaltig. So seien Altbestände nicht erfasst gewesen; außerdem seien Restmengen nur auf dem Papier an die Hersteller zurückgeliefert worden.

Und schließlich habe S. mindestens einem Pharmavertreter Zytostatika in einem Parkhaus „aus dem Kofferraum“ abgekauft – alleine 2014 soll er unter anderem für diese Geschäfte mehr als 200.000 Euro aus der Kasse der Apotheke genommen haben.

Im Prozess wurde Kriminalhauptkommissar Ulrich Herold zu möglichen Schwarzverkäufen befragt. Der Vorsitzende Richter Johannes Hidding bezog sich auf ein Schreiben der Verteidiger, demzufolge Wilfried H., ein Vertreter von Hexal, Ware aus dem Kofferraum an S. schwarz und stark unter Marktwert verkauft haben soll.

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