Pfusch-Prozess: Wie gelb ist Folinsäure?

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Berlin -

Im Pfusch-Prozess von Bottrop wurde heute Professor Dr. Martin Schuler von der Uniklinik Essen vernommen. Der Onkologe geht laut Correctiv-Prozessbericht davon aus, dass es schwierig wird, die Auswirkungen von unterdosierten Medikamenten auf den individuellen Krankheitsverlauf von Patienten nachzuweisen.

Schulers Aussage ist laut Correctiv besonders für die Nebenklage wichtig. Denn die Betroffenen und ihre Angehörigen streben eine Verurteilung wegen Körperverletzung oder Tötungsabsicht an. Dafür müssten die Folgen der Unterdosierung in jedem konkreten Einzelfall nachgewiesen werden können.

Laut Schuler sind gesundheitliche Folgen kaum nachweisbar, wenn der Wirkstoff nicht komplett weggelassen, sondern nur reduziert wurde. Nur bei wenigen Behandlungen könnte eine Unterdosierung eventuell nachweisbar sein, etwa bei kurativen Therapien von Brustkrebs mit Trastuzumab.

Dass man schon rein äußerlich erkennen konnte, dass die Infusionsbeutel unterdosiert waren, glaubt Schuler nicht. Seiner Aussage zufolge ist Folinsäure klar und hat keine Verfärbung. Bei der Razzia hatten der Sachverständige der Ermittler Farbunterschiede bei entsprechenden Infusionsbeuteln entdeckt.

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