Zyto-Skandal

Apotheker als Schöffe abberufen APOTHEKE ADHOC, 17.11.2017 10:45 Uhr

Berlin - Tag 3 im Prozess gegen den mutmaßlichen Pfusch-Apotheker aus Bottrop beginnt mit einem Rückschlag für die Nebenkläger: Wie Correctiv akutell berichtet, lehnt die Kammer einen Antrag auf Verlegung des Prozesses an das Schwurgericht ab. Und ein Apotheker darf den Prozess als Schöffe nicht mehr begleiten.

Die Verteidiger der Nebenklage hatten die Verlegung des Prozesses gefordert – weg von der Wirtschaftskammer, hin zum Schwurgericht. Laut dem Vorsitzenden Richter ist aber in der Strafprozessordnung kein Antragsrecht für Nebenkläger vorgesehen. Nur der Angeklagte Peter S. habe das Recht, eine Verlegung des Prozesses zu fordern, schreibt Correctiv.

Dem Befangenheitsantrag gegen einen Schöffen gibt der Richter laut Correctiv aber statt: Mehrere Nebenkläger hatten ihn für ungeeignet gehalten, weil er selbst jahrelang in einer Apotheke in Bottrop gearbeitet hatte. Am ersten Prozesstag hatte der Pharmazeut erklärt, er sei tatsächlich von 1975 bis 1983 in der Post-Apotheke angestellt gewesen. S. habe er aber nur vom Sehen gekannt. Lediglich die Eltern habe er gegrüßt, wenn er ihnen begegnet sei.

Auch dass seine Frau seit drei Jahren in einer onkologischen Praxis behandelt wird, hatten die Nebenkläger moniert. Denn der Arzt gilt als Entlastungszeuge. Der jetzt abberufene Schöffe hatte erklärt, sie habe zu keinem Zeitpunkt Medikamente aus der Alten Apotheke erhalten.

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