Alte Apotheke: Labor „nicht zu beanstanden“

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Berlin - Zehntausende Krebsmedikamente sollen im Labor der Alten Apotheke in Bottrop gestreckt worden sein. An der Hygiene gab es aber offenbar nichts auszusetzen.

Vor dem Landgericht Essen wurden heute Prüfprotokolle von bakteriologischen Untersuchungen in der Alten Apotheke aus den Jahren 2012 bis 2015 verlesen. Alle kamen zu dem Ergebnis „nicht zu beanstanden“, wie Correctiv aus dem Gerichtssaal berichtet. Im Laufe des Prozesses hatten mehrere Mitarbeiter ausgesagt, der angeklagte Apotheker Peter S. habe das Zytolabor in Straßenkleidung betreten. Die Zeugin Teresa K. hatte berichtet, sie habe die fehlende Schutzkleidung sowohl gegenüber dem Sohn als auch den Eltern immer wieder angemahnt. Allerdings habe sie als Antwort nur ein „Ja, ja” erhalten.

Das Gericht wies außerdem den Antrag der Nebenklage zur Ablehnung von Professor Dr. Fritz Sörgel als Gutachter zurück. Die von der Nebenklage vorgelegten Gründe seien nicht ausreichend. Die Anwälte werfen Sörgel Unaufmerksamkeit vor Gericht und Kontakte zu Journalisten vor. Nun wollen sie ihn zu einer chronischen Krankheit befragen und dazu, ob er am Tag seiner Aussage Schmerzmittel nahm. Ein Wahrnehmungsdefizit Sörgels sei nicht ausgeschlossen.

Sörgel ist einer der anerkanntesten Pharmakologen in Deutschland. Er leitet das Institut für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung (IBMP) in Nürnberg. Er hatte ein Gutachten zur Nachweisbarkeit von Wirkstoffen in den beschlagnahmten Infusionsbeuteln erstellt, das sich die Verteidigung von S. zu eigen machte. Sie will erreichen, dass die Auswertungen des Landeszentrums für Gesundheit NRW (LZG) und des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) vor Gericht nicht anerkannt werden.

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