Zyto-Pfusch

Schlussstrich: Alte Apotheke wird City-Apotheke APOTHEKE ADHOC, 25.06.2018 15:28 Uhr

Berlin - Die Alte Apotheke in Bottrop wird verkauft: Apothekerin Vera Kaminski übernimmt den traditionsreichen Standort, der seit zwei Jahren als „Schauplatz eines der größten Medizinverbrechen in Deutschland“ (Correctiv) in den Schlagzeilen steht. Hier soll Peter S. tausende Krebsmedikamente gestreckt haben. Nun stehen Veränderungen bevor: „Die Alte Apotheke wird es nicht mehr geben“, so Kaminski.

Sobald alle Bescheide vorliegen, will Kaminski den Betrieb als „City Apotheke“ weiterführen. Eine Sterilherstellung werde es nicht mehr geben, sie miete die Räumlichkeiten ohne Labor und werde die Apotheke allein betreiben. „Mir ist klar, dass die ‚Übernahme‘ in Anbetracht der Ereignisse eine große Herausforderung ist“, so Kaminski. Sie werde jedoch „alles daran setzen, diese Herausforderung zu meistern und das Vertrauen der Bottroper zurückzugewinnen“. Das Personal sei „hochqualifiziert und äußerst motiviert“.

Auch an ihrer Einschätzung der Vorwürfe will sie keinen Zweifel aufkommen lassen. „Ein Verhalten, wie das Peter S. vorgeworfene, ist mit meinen Vorstellungen von der Tätigkeit und Verantwortung eines Apothekers nicht in Einklang zu bringen“, beteuert sie. „Ich persönlich empfinde es als gänzlich inakzeptabel.“ Die Beurteilung überlasse sie jedoch dem Gericht.

Die Übernahme sei eine „konsequente Fortentwicklung meiner bisherigen Karriere“, so die Pharmazeutin. Bis zum 31. Mai arbeitete Kaminski als angestellte Apothekerin in der Rats-Apotheke im 100 Kilometer entfernten Soest. Die Apotheke wiederum gehört Hubertus Ahaus, laut dem Recherchenetzwerk Correctiv ein alter Bekannter von Peter S.: Er soll Trauzeuge des Kollegen aus Bottrop gewesen sein. Vor Gericht sagte er zu S.‘ Gesundheitszustand und eventuellen Charakterveränderungen nach dessen Kopfverletzung im Jahr 2008 aus.

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