Alte Apotheke: Mitarbeiter misstrauten Chef

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Berlin - Die Mitarbeiter der Alten Apotheke in Bottrop achteten darauf, dass Krebsmedikamente für Angehörige nicht von Inhaber Peter S. hergestellt wurden. Das berichtet ein ehemaliger angestellter Approbierter am 19. Verhandlungstag.

Der Apotheker hatte 2012 für kurze Zeit im Zytolabor der Alten Apotheke gearbeitet. Er verließ seinen Arbeitgeber aber noch während der Probezeit. Das Vier-Augen-Prinzip sei im Labor nicht immer eingehalten worden. „Wenn man Krankheitsfälle hatte, musste man Abstriche machen, sodass man Sachen alleine vorbereiten musste“, zitiert Correctiv den Apotheker. Im alten Labor habe es keine Personal- oder Materialschleuse gegeben.

Es sei sehr intransparent gewesen, sodass er nicht nachvollziehen konnte, wie viel eingekauft, bestellt und verbraucht wurde. Ihm sei erzählt worden, dass vor seiner Zeit einmal eine Arztpraxis eine falsch hergestellte Zubereitung reklamiert habe. Er habe allerdings nicht mitbekommen, dass Mitarbeiter Medikamente unterdosierten, so der Apotheker.

Insgesamt sollten heute drei Zeugen aussagen, unter anderem die Mitarbeiterin Sonja C. Ihr Exmann hatte S. schon 2013 angezeigt. Die Ermittlungen wurden aber aus Mangel an Beweisen nach 14 Werktagen eingestellt. Vor Gericht berief sich C. heute auf ihr Aussageverweigerungsrecht. Die Aussage des zweiten Zeugen, eines Finanzermittlers, wurde verschoben. Denn den Nebenklageanwälten wurde am vorangegangenen Prozesstag Einsicht in Grundbuchakten gewährt, bisher hätten sie jedoch keine Gelegenheit gehabt, diese Akten einzusehen. Zu Beginn der heutigen Verhandlung hatten die Anwälte darum zunächst eine Aussetzung der Verhandlung beantragt.

Die Verteidigung von S. versuchte ebenfalls, die Verhandlung aussetzen zu lassen, wie Correctiv aus dem Gerichtssaal berichtet. Grund sei, dass Akten aus dem Verfahren im Internet einsehbar seien. Die Richter wiesen dies aber ab. Der nächste Prozesstag ist der 8. Februar.

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