Zyto-Skandal

Pfusch-Prozess: Apothekenmitarbeiter angeschrieben APOTHEKE ADHOC, 12.03.2018 14:35 Uhr

Berlin - Über den Fall des mutmaßlichen Pfusch-Apothekers Peter S. wurde in den vergangenen Tagen zwar nicht vor Gericht verhandelt, außergerichtlich gab es hingegen umso mehr Aufdeckungen. Es geht um Spenden an die SPD und Leihgaben an die Stadt.

S. soll der Bottroper Stadtverwaltung über ihre Tochterfirma Innovation City mehrere Jahre ein Bild ausgeliehen haben. Das berichtet Correctiv. Dabei soll es sich um einen „Likörello“ von Udo Lindenberg handeln – eine Stadtansicht von Bottrop mit Alkoholika gezeichnet. Prominent im Vordergrund ist die Alte Apotheke zu sehen.

Das Bild soll neben dem Schreibtisch des Stadtoberhauptes Bernd Tischler gehangen haben, bis die Opfer der Alten Apotheke einen Termin bei ihm bekamen. Tischler gab das Bild aus diesem Anlass zurück an Innovation City. Die Offiziellen der Stadt sollen außerdem Geld von S. zur Einrichtung von kostenlosem W-Lan in der Innenstadt erhalten haben.

Die Bottroper SPD, zu der auch Tischler gehört, hat nach Aussagen der Verteidigung des Apothekers im Jahr 2013 eine Parteispende in Höhe von 9900 Euro bekommen. Diese Summe liegt knapp unter der Veröffentlichungsgrenze von 10.000 Euro. Im Frühjahr 2014 waren Kommunalwahlen und damit verbunden die Oberbürgermeisterwahlen. Ob S. weitere Spenden an die Partei tätigte, ist nicht bekannt. Gegenüber Correctiv sagte die SPD lediglich, man habe „keine Spende von der genannten Person erhalten, die die Veröffentlichungsgrenzen entweder im Einzelfall oder in der Jahressumme überstiegen haben“.

  • 1
  • 2

APOTHEKE ADHOC Debatte